Deutschland 1918 - 1933

Novemberrevolution und Weimarer Republik (1918-1933)


Die deutsche Niederlage im 1. Weltkrieg und die Novemberrevolution führten zum Zusammenbruch der Monarchie. Prinz Max von Baden verkündete die Abdankung Wilhelms II.

Die im Februar 1919 zusammentretende Nationalversammlung begründete die Weimarer Republik, deren erster Reichspräsident Friedrich Ebert wurde. Am 14. August 1919 trat die Weimarer Verfassung in Kraft. Gemäß dem Versailler Vertrag hatte Deutschland u. a. große Gebietsverluste hinzunehmen und hohe Reparationszahlungen zu leisten. Der Rapallovertrag (1922), der seine Fortsetzung im Berliner Vertrag (1926) fand, verbesserte das russisch-deutsche Verhältnis und half die außenpolitische Isolation Deutschlands zu durchbrechen. Ruhrkampf (1923) und verschärfte Inflation ergaben eine wirtschaftlich prekäre Situation.

Unter Paul von Hindenburg, dem Nachfolger Eberts im Reichspräsidentenamt, schloss Außenminister Gustav Stresemann die Locarno-Verträge (1925) ab, die einen Beitritt Deutschlands zum Völkerbund (auf Grundlage der Vierzehn Punkte des amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson entstanden) nach sich zogen. Nach einer Phase der relativen Stabilisierung trugen wirtschaftliche Probleme (Weltwirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit) und Opposition von der extremen Linken und Rechten zu dem Untergang der Weimarer Republik bei. Nach dem Sturz von Reichskanzler Heinrich Brüning gewannen die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler die Oberhand.

Drittes Reich und 2. Weltkrieg (1933-1945)

Mit der Machtergreifung Hitlers (30. Januar 1933) und dem Ermächtigungsgesetz setzte die nationalsozialistische Herrschaft in Deutschland ein (Beginn des Dritten Reiches). Die parlamentarische Demokratie verwandelte sich in eine Diktatur, die für die grausamen Judenverfolgungen (Nürnberger Gesetze, Reichskristallnacht) verantwortlich zeichnete, denen Millionen von Juden in Konzentrations- und Vernichtungslagern (Warschauer Ghetto) zum Opfer fielen.

Der "Führer und Reichskanzler" Hitler ließ nach dem Austritt aus dem Völkerbund das Rheinland besetzen, verantwortete den "Anschluss" Österreichs und konnte im Münchner Abkommen (1938) die Abtretung des Sudetenlandes von der Tschechoslowakei (1939 unter deutscher Herrschaft Bildung des Protektorats Böhmen und Mähren und des Schutzstaates Slowakei) durchsetzen. Der Abschluss des Hitler-Stalin-Paktes, in dem sich Deutschland und die Sowjetunion wechselseitige Neutralität zusicherten, und der Stahlpakt (zwischen den Achsenmächten Italien und Deutschland) bereiteten den deutschen Angriff auf Polen (1. September 1939) vor, durch welchen der 2. Weltkrieg ausgelöst wurde.

Die britisch-französische Kriegserklärung an Deutschland folgte am 3. September, der deutsche Überfall auf die Sowjetunion und die Kriegserklärung an die USA dann 1941. Die Schlacht um Stalingrad (1942/43) im Osten und die alliierte Landung in der Normandie (1944) im Westen brachten die Wende im Kriegsgeschehen. Hitler, der am 20. Juli 1944 knapp einem Attentat entkommen konnte, entzog sich der Verantwortung und beging noch vor Kriegsende Selbstmord (30. April 1944). Am 7. Mai 1945 erfolgte die Kapitulation Deutschlands.

Besatzungszeit und Teilung Deutschlands (1945-1949)

Die oberste Regierungsgewalt übernahmen nach der deutschen Niederlage im 2. Weltkrieg die vier Siegermächte USA, UdSSR, Großbritannien und Frankreich ("Berliner Viermächteabkommen" vom 5. Juni 1945), die Deutschland in vier Besatzungszonen aufteilten. Dem Potsdamer Abkommen entsprechend wurden die Gebiete jenseits der Oder-Neiße-Linie unter polnische und sowjetische Verwaltung gestellt. In dem Abkommen wurden zudem die Reparationen, die Entmilitarisierung und die Entnazifizierung (Nürnberger Prozesse) in Deutschland geregelt.

Zwischen den Besatzungsmächten bestanden große Interessengegensätze, die sich zum Kalten Krieg entwickelten, der sich u. a. durch die Blockade Berlins (1948/49) bemerkbar machte. So kam die Sowjetische Besatzungszone (SBZ) allmählich unter den Einfluss der UdSSR, die drei westlichen Zonen hingegen entwickelten sich nach dem 1947 in der Bizone (USA, Großbritannien) erfolgten wirtschaftlichen Zusammenschluss, dem 1948 auch Frankreich beitrat (Trizone) hin zu einem parlamentarisch-demokratischen Staat.
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