Frankreich - Valoise und Aufstieg der Bourbonen 1483-1789

Vorgeschichte

Die Bildung des Fränkischen Reichs (5.-9. Jh.) passierte durch Chlodwig I., welcher um 500 das Christentum annahm. Karl Martell schlug 732 bei Tours und Poitiers die Araber so vernichtend, dass diese sich hinter die Pyrenäen zurückzogen und sie in der Folgezeit nie mehr überschritten. Pippin der Jüngere begründete 751 die Dynastie der Karolinger. Sein Sohn, Karl der Große (frz.: Charlemagne), vereinte das Frankenreich mit Sachsen, Bayern und Oberitalien. Anno 800 ließ er sich vom Papst zum Kaiser krönen. Unter Karls Enkeln wurde das Reich geteilt. Nach Zerfall des Weströmischen Reiches erhielt das Westfränkische Reich 843 die Eigenständigkeit. Durch Hugo Capet (987 zum König gewählt) Gründung der Dynastie der Kapetinger, die in Nebenlinien (Anjou, Valois, Bourbon, Orléans) bis ins 19. Jh. herrschte. Heinrich II., Herzog der Normandie und seit 1154 König von England, erwirbt durch Heirat mit Eleonore von Guyenne große Teile Frankreichs und verstärkte so den Einfluss der Engländer im Land. Mit dem Aufstieg der Kapetinger war ein kultureller Höhenflug verbunden. Zur Universität Paris strömten Schüler aus ganz Europa. Philipp IV. (der Schöne, 1285-1314) stärkte die Königsmacht und erkämpfte Frankreich bis Ende des 13. Jh. die Vormachtstellung in Europa. Die frz. Kirche wurde unterworfen, der Papst Klemens V. zur Übersiedlung nach Avignon gezwungen (1309; päpstl Residenz in Avignon bis 1376). Im Hundertjährigen Krieg (1339-1453) gegen England wurde Frankreich schließlich von den Engländern bis auf Calais (bis 1558 engl.) befreit und diese somit fast vollständig vom europ. Kontinet vertrieben. Anlass für diesen Krieg war der Anspruch des englischen Königs Eduard III. auf den franz. Thron nach dem Aussterben der Kapetinger in direkter Linie. Lichtgestalt des Krieges war Johanna von Orleans (Jeanne d'Arc), die sich durch "Stimmen" dazu berufen fühlte, den Dauphin (Karl VII.) nach Reims zur Krönung zu führen und Frankreich von den Engländern zu befreien. Durch ihren Einfluss gelang 1429 die Aufhebung der englischen Belagerung von Orléans und damit eine entscheidende Wendung im Krieg gegen England. Nach dem Sieg in Paty kam es zur Krönung Karls in Reims (17.7.1429).

Die Valois (1328-1589) wehrten sich mit Hilfe der Eidgenossen siegreich gegen Burgund. Aus dem Streit um die Burgund. Besitzungen entstand der Jahrhunderte lange Machtkampf gegen die spanisch-habsburgische Macht.

Religionskriege - Hugenottenkriege (1483-1598)

Die Reformation fasste in Adel u. Bürgertum Fuß. Durch diese Erstarkung der reformierten Kräfte kam es 1559-1598 zu Spannungen zwischen Katholiken und Hugenotten. Folgen waren das Blutbad der Bartholomäusnacht (24.8.1572, insg. 10.000 getötete Hugenotten) und die (insg. 8) Hugenottenkriege (1562-1598).

Der Protestant Heinrich IV. musste katholisch werden, um 1594 den Königsthron besteigen zu können ("Paris ist eine Messe wert"). Ihm gelang es schließlich, die Religionskriege zu beenden. Das Edikt von Nantes sicherte den Hugenotten 1598 (1685 aufgehoben) freie Religionsausübung, eine polit. Sonderstellungen sowie Zulassung zu allen Ämtern, wodurch der innere Friede wieder hergestellt wurde.

Absolutismus (1598-1789)

Der zielgerichtete Aufbau der absolutististischen Monarchie begann unter Heinrich IV. und kumulierte unter Ludwig XIV. (dem Sonnenkönig). Bereits unter der Staatsführung durch die Kardinäle Richelieu (1624-42) und Mazarin (1642-61) wurde die Zentralgewalt des Königs verstärkt. Durch den Dreißigjährigen Krieg (1618-48) gewann Frankreich die polit. u. kulturelle Vormacht in Europa.

Ludwig XIV. (1661-1715) vollendete die Alleinherrschaft (Absolutismus). Er verlegte den Hof ins prunkvolle Versailles und begann wieder Händel mit den Hugenotten (1685 Aufhebung des Edikt von Nantes). Die antworteten diesmal jedoch mit einer Massenflucht ins protestantische Ausland, wodurch Frankreich viel intelektuelles Potential verlor. Ludwig XIV. eroberte einige Gebiete im Devolutionskrieg 1667-68, Holländ. Krieg 1672-78, Pfälz. Raubkrieg 1688-97 und verlor den Span. Erbfolgekrieg 1701-14.

Sein Nachfolger Ludwig XV. (1715-74) war den innen- und außenpolitischen Problemen Frankreichs nicht gewachsen und war wegen seines anrüchigen Lebenswandels und seiner zeitweisen Abhängigkeit von den politischen Einflüsterungen seiner Mätressen (u.a. Mme de Pompadour) schließlich beim Volk verhasst. Unter seiner Regentschaft verliert Frankreich seine frz. Kolonien in Amerika (Kanada).

Die weitere Geschichte über Frankreich, den Wechsel in eine neue Zeit der Revolutionen und Aufklärung musste sein Sohn Ludwig XVI 1741-1828 bestreiten, mehr in den Kapitel des Klassizismus bis zur Aufklärung.
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