Die Mongolen und ihr grosser Führer Dschingis Khan 1206 - 1480 n. Chr.


Errichtung des Reiches durch Dschingis Khan 1206-1260


Seine erste Blütezeit hatte das mongolische Reich im 13. Jahrhundert; es umfasste fast ganz West- und Ostasien und war eines der größten Reiche in der Geschichte.Eine Versammlung mongolischer Stammesfürsten erhob 1206 den mächtigen Temüdschin, der zu dieser Zeit bereits fast die ganze Mongolei beherrschte, zu ihrem Führer mit dem Titel Dschingis Khan (ozeangleicher Herrscher) oder Groß-Khan. Dschingis Khan schuf ein schlagkräftiges Heer, das sich vor allem durch seine hervorragende Reiterei und seine Bogen- schützen sowie durch die Fähigkeit seiner Führer auszeichnete. Der Khan selbst war ein brillanter Stratege und Taktiker. Das benachbarte nord- chinesische Reich der Jin und die zentralasiatischen Staaten, alle militärisch schwach und in sich zerrissen, unterwarfen sich mehr oder weniger freiwillig den Mongolen auf ihren Eroberungszügen durch Asien, ebenso die arabisch- türkische Welt des Mittleren Ostens.

Karakorum wurde zu seiner Hauptstadt. Nach Dschingis Khans Tod 1227 in China wurde sein Reich gemäß Stammessitte unter den Söhnen seiner Hauptfrau und ihren Erben aufgeteilt. Sein dritter Sohn, Ögödei bis 1241, bekam das ostasiatische Khanat und übernahm als Dschingis Khans Nachfolger auch die Position des Groß-Khans.

Das Reich des Kubilai Kahn 1260-1368

1279 unterwarf Kubilai Khan 1260-1294, ein Enkel Dschingis Khans, die Sung-Dynastie in Südchina und brachte somit das ganze China unter seine Kontrolle; Peking wurde zu seiner neuen Hauptstadt. Dort begründete er in seiner Funktion als chinesischer Kaiser die Yuan-Dynastie (auch Yüan), blieb aber gleichzeitig auch Groß-Khan der Mongolen. Er verzichtete darauf, die Chinesen zu „mongolisieren" und ihnen mongolische Herrschaftsstrukturen aufzuzwingen, sondern setzte das seit der Tang-Dynastie bestehende System fort. Chinesen blieben jedoch weitgehend vom politischen Leben ausgeschlossen und unterlagen sozialer und politischer Diskriminierung. Die Mongolen dagegen bewahrten ihre kulturelle Identität und ihre Vorrechte als die herrschende Klasse. Kubilais Versuche, die mongolische Herrschaft auf Japan und Java auszudehnen, erwiesen sich als verheerende Fehlschläge. Die mongolischen Kaiser nach Kubilai unterlagen dem dekadenten Leben des chinesischen Hofes und interessierten sich zunehmend für die abergläubischen Bräuche des Lamaismus. Als Mitte des 14. Jahrhunderts die Überschwemmung des Gelben Flusses, eine Hungersnot in Nordchina sowie soziale Spannungen zu einer schweren Katastrophe führten, waren die mongolischen Herrscher nicht mehr in der Lage, dieser Herausforderung zu begegnen. 1368, als auch das ganze restliche asiatische Reich der Mongolen durch innere Differenzen zerrissen war, wurden die Groß-Khane in China von der einheimischen Ming-Dynastie gestürzt.

Das Reich des Il-Kan 1237-1395

Bis 1231 hatten die mongolischen Heere Persien, Mesopotamien und Teile Kleinasiens überrannt. 1258 wurde Bagdad, der Sitz des Abbasiden-Kalifats, erobert. Das persische Khanat (Königreich) wurde von Hülägü, Enkel Dschingis Khans und Bruder Kubilais, begründet. Hülägü bezeichnete sich selbst als Il-Khan, und sein Reich umfasste den heutigen Iran, Ostirak, Westafghanistan und Turkmenistan. Unter Ghazan, der 1295 die Nachfolge Hülägüs antrat, wurden die Il-Khane vom Groß-Khan Sie führten neue Steuersysteme ein, reformierten die Streitkräfte und bauten die Verkehrswege aus. Die iranische Kultur wurde gefördert und gleichzeitig mongolischen Einflüssen geöffnet; Türkisch, Persisch (Farsi) und Arabisch waren neben Mongolisch gleichberechtigte Sprachen. Die Herrschaft der späteren Khane war jedoch bereits geschwächt, und als der Khan Abu S’aid 1395 ohne männlichen Nachfolger starb, zerfiel das Khanat schließlich in kleine, überwiegend von Einheimischen beherrschte Staaten.

Das Khanat (Reich) der Goldenen Horde 1237-1480

Während Ögödei gestorben 1241(dritter Sohn des Dschingis Khan) und seine Nachfolger die Eroberung Ostasiens vollendeten, drangen Mongolen unter Batu Khan 1237-1256, einem Enkel Dschingis Khans, westwärts vor. 1237 plünderten sie die Städte um Wladimir und Susdal und 1240 sogar Kiew. Dann zogen sie weiter Richtung Westen, nach Polen, Böhmen, Ungarn und ins Donautal. Um 1241 hatte das Heer die adriatische Küste erreicht, bereit, Westeuropa anzugreifen. Lediglich der Tod des Groß-Khans Ögödei 1241 rettete das in sich zerstrittene und schlecht gerüstete Europa vor einer Katastrophe: Batu zog sich nach Südrussland zurück, um an der Wahl von Ögödeis Nachfolger teilzunehmen. Hier gründete er 1251 das Khanat der Goldenen Horde (auch Khanat Kiptschak).

Stärken und Schwächen des mongolischen Reiches

Das mongolische Reich hat einen bedeutenden Beitrag zur Verständigung und Annäherung zwischen Ost- und Westasien sowie Europa geleistet. Ein gut organisiertes System von berittenen Kurieren verband ständig, quer durch die Steppen und Wüsten Zentralasiens, die Hauptstadt des Groß-Khans in China mit den weit entfernten Außenposten des Reiches. Die Handelswege Zentralasiens waren sicherer als je zuvor; infolgedessen nahm der Verkehr auf diesen Straßen beachtlich zu; Händler und Missionare zogen von West nach Ost und umgekehrt und transportierten neben vielem anderen auch Nachrichten. Einer dieser Reisenden, der venezianische Kaufmann Marco Polo, brachte dem Westen erstmals detaillierte Kenntnisse über China.
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