Nordeuropa, Skandinavien und Wikinger 1050- 1497

Hier sind zunächst zwei Vorbemerkungen zu machen. Für die skandinavische Forschung beginnt das Mittelalter erst um 1050, mit der Entstehung der christlichen Königreiche.. Der vorangehende Zeitraum wird als Wikingerzeit bezeichnet.

Skandinavische Frühzeit

Die ersten Anzeichen menschlicher Besiedlung stammen aus dem 8. Jahrtausend vor Christus, das auch das Ende der letzten Eiszeit markiert. Vermutlich waren die ersten Menschen in dem Gebiet des heutigen Finnlands Sammler und Jäger aus dem Osten, sie lebten hauptsächlich von der Robbenjagd. Die ersten Besiedlungen sind der kammkeramischen Kultur zuzuordnen, sie hinterliessen einige ihrer Gegenstände. Während der nachfolgenden Streitaxtkultur, von 1800 bis 1600 v. Chr., brachte ein Volk aus dem südlichen Ostseeraum vermutlich auch den Ackerbau nach Finnland. Mit dem Beginn der Bronzezeit in Finnland etwa um 1300 v. Chr., wanderten einige Völker in den Süden Finnlands ein, die eine finno-ugrischen Sprache sprachen und bei ihrer Einwanderung verdrängten sie die Lappen weiter nach Norden. Die Wikinger in Skandinavien nahmen die Finnen nicht an den Fahrten der Wikinger teil, dennoch profitierten sie von den zahlreichen Handelsmöglichkeiten. Ende des 13. Jahrhunderts n. Chr. hatten sich drei finnische Stämme ausgebreitet, die eigentlichen Finnen im Südwesten, die Tavasten in den Seengebieten im Landesinneren und die Karelier im Osten. Im hohen Norden lebten die Samen oder auch Lappen genannt.

Wikinger, Waräger, Normannen

Herkunft des Wortes: Von dem altnordischen Wort wik, das soviel wie "Bucht" oder "Handelshafen" bedeutet oder auch von dem altnordischen Begriff vikingr, der sich am treffendsten mit "Seeräuber" übersetzen lässt. Das Wort "Wiking" taucht auf mehreren zeitgenössischen Runensteinen in Skandinavien auf, und hier wahrscheinlich in der Bedeutung "Seekrieger" oder "Heerfahrt zur See". Ausserhalb Skandinaviens wurden die Männer aus dem Norden mit anderen Namen bezeichnet. Die Franken nannten sie "Ascomanni" (d.h. Eschenmänner) oder "Normanni", die angelsächsischen Quellen benutzen oft die Benennung "Dani". In Byzanz und im arabischen Reich hiessen sie "Rus" oder "al-Magus".

Die Hintergründe für die anscheinend plötzliche Expansion der skandinavischen Länder Anfang des 9. Jahrhunderts sind oft diskutiert worden. Wahrscheinlich handelte es sich nur um eine Kulmination dessen, was bereits in den Jahrhunderten vor der Wikingerzeit vor sich ging, aber aufgrund veränderter Verhältnisse, bekommt der Aufbruch jetzt explosionsartigen Charakter. Aus europäischer Perspektive befinden wir uns in einer Epoche, in der sich die politischen und wirtschaftlichen Schwerpunkte vom Mittelmeerraum nach Norden verlagert haben. Durch das Vordringen der Araber in den Mittelmeerländern in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts war der Handel zwischen Byzanz und Westeuropa unterbrochen. Neue Handelswege zwischen Ost und West mussten gefunden werden, und diese führten jetzt über die Ostsee und Skandinavien und über die russischen Flüsse Dnjepr und Wolga.

Vom 8. bis ins 11. Jahrhundert hielten die Wikinger die Welt in Atem. Auf der Suche nach Land, Sklaven, Gold und Silber verliessen sie als Krieger und Entdecker ihre Heimat. Von Norwegen, Schweden und Dänemark aus fielen sie über ganz Europa her. Wie aus dem Nichts tauchten ihre Drachenschiffe auf und ebenso schnell verschwanden sie wieder. Christliche Mönche beschrieben angsterfüllt die grausamen Übergriffe der Wikinger auf reiche Klöster und Städte. Aber die Wikinger waren mehr als nur "wilde Barbaren" aus dem Norden. Sie waren kluge Händler, geschickte Seefahrer, ausgezeichnete Handwerker und Schiffsbauer. Sie handelten Waren bis nach Bagdad und kamen auf ihrer Landsuche bis nach Amerika. Sie waren großartige Geschichtenerzähler und ihre Gesellschaft war vergleichsweise offen und demokratisch.

Schweden, Norwegen und Dänemark hatten in dieser Zeit jeweils eigene Interessengebiete, die der geographischen Lage der Länder entsprachen. Für die Schweden war es ein leichtes, über die Ostsee zu segeln und sich in den baltischen Ländern anzusiedeln, von wo aus sie über die russischen Flüsse bis zum Schwarzen Meer und zum Kaspischen Meer vordrangen. Zielgebiet der Norweger waren die Inseln im Atlantik, Schottland und Irland. Ausserdem liessen sie sich auf Island und Grönland nieder, und entdeckten "Vinland" und damit den nordamerikanischen Kontinent. Die Dänen segelten die Küsten Westeuropas entlang und nach Ostengland. Oft setzten sich jedoch die Schiffsbesatzungen, die auf grosse Fahrt gingen, aus Männern zusammen, die aus mehr als einem der skandinavischen Länder stammten.

Im 8. Jahrhundert haben die ersten norwegischen Wikinger Skandinavien verlassen. Sie haben England und Irland durchquert und sind im 9. Jahrhundert in Island angekommen. Dort gab es nur wenige Einwohner und sie konnten sich dort niederlassen ohne kämpfen zu müssen. Seit 870 haben sie sich in Irland, auf den Féroéinseln und in Norwegen niedergelassen. 886 gab es einen norwegischen Wikinger, der neues Land kennenlernen wollte. Dieser Mann, der wegen seiner Haarfarbe Erik der Rote hiess, hatte einen sehr schwierigen Charakter. Er mochte es schon als Kind zu kämpfen und das änderte sich beim Heranwachsen nicht. Er löste seine Probleme und Ungerechtigkeiten auf seine Weise und eines Tages tötete er sogar. Er ist gemäss dem Gesetz der Wikinger aus Island vertrieben worden. Dann wollte er seinen Traum verwirklichen und fing an das Land zu suchen, von dem die Sagen berichteten als er noch jung war. 981 ist er dort angekommen. Es war ein grosses Land, welches er "Grönland" nannte, was soviel wie "grünes Land" bedeutet.

Im 9. Jahrhundert reisten Sie nach Osten, es war ihr Interesse am Handel, der die schwedischen Wikinger nach Südosten trieb, wo sie schliesslich und endlich Russland gründeten. Sie hofften in dem Gebiet was heute Russland ist neue Ware wie Felle aber auch Sklaven zu finden. Sie wollten mit den grossen Handelswegen gehen indem sie den grossen Flüssen Richtung Süden folgten. So haben sie den Weg zur Seide und dem orientalischen Markt gefunden. Die Einwohner dieser Gegend (sie hiessen Slawen) haben den Wikingern den Namen "Russen" gegeben. Das ist ein finnisches Wort (aus Finnland) das die Skandinavier bezeichnet. Diese Benennung hat Jahrhunderte überdauert und der Region ihren Namen gegeben. 859 wurde der Wikinger Rurik Grossfürst von Kiew. 860 griffen die Rus die Byzantiner an und 907 erschein der warägische Fürst Oleg vor Byzanz. So ist Russland gegründet worden, darauf werden wir weiter unten ausgiebig berichten, siehe Kiewer Reich und das frühe Russland.

Im Süden fallen die Wikinger (Normannen) 844 in Spanien ein und besetzten für kurze Zeit Sevilla. 860 stossen Sie bis nach Pisa und Luna vor. 911 hatte Charles der III, der König von Frankreich, eine Idee um den Angriffen ein Ende zu machen. Er hat Rolf, auch Rollon genannt, der ein Anführer der Wikinger war, vorgeschlagen, den Wikinger ein Gebiet zur Verfügung zu stellen um sich dort niederzulassen. Rolf war einverstanden und beachtete auch die Bedingungen. Die Wikinger, die sich da ansiedelten, wurden von den Franzosen als "die Normannen" bezeichnet, weil sie aus dem Norden kamen. Schließlich wurde dieses Gebiet, welches sich um die Stadt Rouen herum befindet, das "Herzogtum Normandie" genannt.

Die Normannen die verschiedene Königreiche unterwarfen und gründeten, traten dadurch um das Jahr 1000 in die Weltgeschichte eintraten. Der bekannteste Normannenfürst war der des Herzogs Wilhelm I. der eines Ururenkels von Rollo. Wilhelm schlug den englischen König Harold von England am 14. Oktober 1066 in der Schlacht von Hastings und wurde Weihnachten 1066 zum neuen König von England gekrönt. Vor allem lösten sie Englands alte Bindung an Skandinavien, das unter dem Dänischen König Knut (1016-1035) für zwei Jahrzehnte die Herrschaftsschicht im Land gestellt hatte. Die normannische Eroberung bedeutete die Geburt des neuen Englands. Er erhielt den Beinamen "der Eroberer". Bis 1070 hatte er das ganze Land unterworfen. Weniger bekannt, aber nicht weniger interessant sind die Normannen-Züge im Mittelmeerraum. 1061 schiffte sich in Süditalien eine Gruppe junger Wikinger unter ihrem Fürsten Roger I. ein, um die Araber (sarazenen) aus Sizilien zu vertreiben. Nach 30 Jahren hatten sie die ganze Insel erobert und dazu noch jene Teile Süditaliens, die mit Sizilien zusammen das mächtige Königreich Neapel (siehe Kapitel italienische Stadtstaaten in der Renaissance) bildeten. Aus Sizilien machten die Wikinger ein waffenklirrendes Söldnerreich, das später 200 Jahre lang Herzstück des staufischen Imperiums war. Diese Dynastie der Herren von Hauteville schufen ein normannisches Königreich, das mit seiner Seeherrschaft das oströmische und das arabische Reich bedrohte. So zwangen die Wikinger die europäischen Völker, sie als Siedler zu dulden; in einigen Ländern wurden sie sogar zu den Beherrschern ihrer neuen Heimat. Andere Normannen gingen noch gefährlichere und abenteuerlichere Wege. Sie fuhren mit ihren Langbooten in den Nordatlantik hinaus, um neue, in Europa noch unbekannte Länder zu entdecken und zu besiedeln. (Link: Die Normannen und Ihre Eroberungen)

Dir skandinavischen Länder erfuhren durch die drei Jahrhunderte dauernde Wikingerzeit eine fundamentale Veränderung. Von einem nahezu unbekannten heidnischen Gebiet entwickelte sich die Nordmänner bis zum Ausgang der Wikingerzeit zu einem fest etablierten Königreich und Mitglied der christlichen Gemeinschaft Europas. Das Ende der Wikingerzeit wird auf die Mitte des 11. Jahrhunderts datiert, und als Datum für den Beginn einer neuen Zeit wird oft das Todesjahr König Hardeknuds von Dänemark (1042) angesehen. Sein Tod bedeutete das Ende einer Epoche, in der dänische Könige auf Englands Thron sassen. Dänemark ist ein Agrarland, und in der Wikingerzeit - wie auch bis in unsere Gegenwart - war die Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftszweig.

Die Wikinger hatten zahlreiche Götter, und drei davon sind ihnen lange geblieben : Odin, der mächtigste Gott, Gott des Zaubers und des Sieges; er überwachte die anderen Götter und die Männer mit Hilfe seiner zwei Raben, die um die Welt kreisten. Dann gab es noch Frigg, die Ehefrau von Odin, sie war die Göttin der Liebe. Thor, der Gott des Donners, er beschützte die Männer gegen die Riesen, die Kälte und das Feuer. Alle Götter lebten auf Asgard, ein grosser Berg im Zentrum des Universums. Auf dem Gipfel befindet sich "Walhalla". Das ist da, wo die Walkyries die Wikinger, die in Kämpfen umgekommen sind, hinbringen. Zu bestimmten Zeiten im Jahr feierten die Wikinger ihre Götter mit langen Umzügen, Festessen und Tieropferungen.

Die Normannen und Ihre Eroberungen)

Dänemark

Frühgeschichte

Mitte des 10. Jahrhunderts herrschte Gorm der Alte als König in Dänemark. "König Gorm, der zum Nutzen Dänemarks gewirkt hat, liess seiner Frau Thyra dieses Denkmal setzen", so steht es auf dem kleineren der beiden Runensteine vor der Kirche in Jelling. Es ist der erste Beleg auf dänischem Boden für den Namen des Landes. Der König Gorm, den der Erzbischof von Hamburg 936 aufsuchte, hatte sich noch geweigert, das Christentum anzunehmen. Sein Sohn Harald Blauzahn liess sich zu einem unbekannten Zeitpunkt taufen. Mit diesen Königen, die in Jelling residierten, setzt die gesicherte Reihe der dänischen Könige ein. Ihre Nachfolger, Sven Gabelbart und Knut, errichteten eine kirchliche Struktur und betrieben eine offensive Aussenpolitik. Zwischen 1013 und 1042 waren weite Teile Englands unter ihrer Herrschaft. Die normannische Eroberung bedeutete die Geburt des neuen Englands. Englische Vorbilder wurden für Münzprägung, Heer und Flotte massgebend. Die Ausbreitung des Christentums wurde durch englische Missionare vorangetrieben. 1066 lösten die Normannen in England die alte Bindung an Skandinavien, das unter dem Dänischen König Knut (1016-1035) für zwei Jahrzehnte die Herrschaftsschicht im Land gestellt hatte. Das Ende der Wikingerzeit wird auf die Mitte des 11. Jahrhunderts datiert, und als Datum für den Beginn einer neuen Zeit wird oft das Todesjahr König Hardeknuds von Dänemark (1042) angesehen.

Dänische Staatenbildung

Am stärksten und innerlich am gefestigsten stand am Ausgange der Wikingerzeit Dänemark da. Zwar war von dem Großreiche Knuts England und Norwegen bald wieder verlorengegangen. Ja, nach dem Tode des letzten der Söhne Knuts bestieg sogar Magnus der Gute von Norwegen Dänemarks Thron. Aber dessen Nachfolger wurde Knuts Neffe Sven, Sohn eines schwedischen Jarls mit Knut's Schwester Astrid, und das Haus Sven Estridsons hat das ganze Mittelalter hindurch bis zum Tode der Königin Margareta geherrscht. König Sven Estridsen (1060-1074) ein Nachfahre König Gorms von Dänemark konnte die kirchliche Struktur weiter ausbauen. Die Bischöfe der nunmehr acht Bistümer wurden vom König ernannt. Seine Geschichte ist reich an blutigen Verwandtenfehden, aber es hat dem dänischen Reiche auch eine Reihe strahlender Heldengestalten gegeben. Sven Estridson und seinen fünf Söhnen, die nach ihm an der Reihe nach durch die Wahl der Grossen auf den Thron berufen wurden, gelang es nicht, Dänemark wieder zu der alten Machtstellung zu erheben. Die schwachen Versuche, Ansprüche auf die englische Krone geltend zu machen, schlugen vollständig fehl.

Als die Skandinavier sich im 11. Jahrhundert vom Meere zurückzogen und die Wikingerburgen verfielen, da tauchtem statt dessen estnische und slawische Piraten in der Ostsee auf. Zweimal verbrannten estnische Brandröuber Schwedens Hauptstadt Sigtuna, slawische Scharen suchten die dänische Küste und erstreckten ihre Züge bis nach Konghella in Norwegen. In der Gegend von Kiel stiess damals, wenn auch nur auf schmaler Front, dänisches und slawisches Volkstum aufeinander. Westlich davon waren die Deutschen Nachbarn der Dänen. Wegen dieser doppelten Nachbarschaft war die Mark Schleswig - ursprünglich von Karl den Grossen gegen die Dänen angelegt und von Heinrich I. erneuert, aber von Konrad II. an Knut den Grossen 1035 abgetreten - von besonderer Wichtigkeit für das dänische Reich. Infolgedessen finden wir vielfach die tüchtigsten und kraftvollsten Mitglieder des dänischen Königshauses als Statthalter von Schleswig. Der bedeutendste unter ihnen war Knut Laward (= Lord), der nach glücklichen Kämpfen von seinem Freunde, dem Kaiser Lothar, zum "Knes" der Slawen gekrönt wurde und unter deutscher Lehnshoheit Holstein und Mecklenburg beherrschte. Seine Macht und seine Volkstümlichkeit liessen den dänischen König Niels und dessen Sohn Magnus um den Thron bangen. Magnus wusste keinen anderen Ausweg, als Knut in einen Wald zu locken und ihn unversehens niederzuhauen. Die Folge war Empörung und Bürgerkrieg. Magnus fiel im Kampfe. König Niels erschlugen die erbitterten Bürger von Schleswig. Während des folgenden 26 jährigen Kampfes um den Thron gingen nicht nur Knut Lawards Eroberungen verloren, die Slawenschiffe hinderten sogar den Verkehr zwischen den dänischen Inseln, und König Erich Lamm entging einmal nur mit knapper Not der Gefangennahme. Die Schwäche Dänemarks war indessen nicht der einzige Grund für das verstärkte Wiederaufleben der wendischen Seezüge. Seit Anfang des 12. Jahrhunderts wurden die Ostseeslawen immer kräftiger von der deutschen Kolonisation im Rücken gepackt und gewissermassen ins Meer geworfen. Daher auch ihre Versuche , sich auf den dänischen Inseln anzusiedeln.

Mehrere der machtlosen dänischen Könige versuchten sich dadurch zu halten, dass sie sich dem deutschen Kaiser in die Arme warfen und Dänemark von ihm zu Lehen nahmen. So erschienen im Jahre 1152 auf dem Reichstage zu Merseburg nicht weniger als drei Dänenprinzen vor Kaiser Friedrich I., seines Schiedsspruches gewärtig. Besonders lange dauerte der 1131 mit der Ermordung des Herzogs von Sütjütland (Schleswig) einsetzende Bürgerkrieg. Kaiser Friedrich teilte das Reich unter die drei Bewerber, was natürlich neue Kämpfe zur Folge hatte, die mit dem Siege Königs Waldemar I. (1157-1182) auf der Gradeheide ihr Ende fanden.

Mit Waldemar I., dem Grossen (1157 - 82), begann eine neue Zeit für Dänemark. Die Lehnshoheit des Deutschen Reiches musste allerdings noch anerkannt werden, aber in die Slawenkämpfe kam durch ihn und durch seinen streitbaren Erzbischof Axel (Absalom) ein frischerer Zug. Waldemar war dabei mit Heinrich dem Löwen von Sachsen verbündet. Den deutschen war während der dänischen Thronwirren die Erbschaft Knut Lawards zugefallen. Das Übergewicht in den Slawenkämpfen lag infolgedessen fortan ausgesprochen auf deutscher Seite. Heinrich dem Löwen hatte nicht nur die Hauptkämpfe durchzufechten, er ertrotzte sich auch den Löwenanteil an der Beute: Mecklenburg und Pommern. Die Dänen mussten sich mit Rügen, wo sie im Jahre 1168 Svantewits Heiligtum Arkona stürmten, und einigen pommerschen Küstenplätzen begnügen. Dieser König, der im Ostseeraum eine offensive Politik betrieb, konnte 1168 die Insel Rügen erobern. Vorstösse gegen die Pommern schlossen sich an. Dadurch geriet Waldemar in einen Interessengegensatz zu Heinrich dem Löwen, Herzog von Sachsen.

Noch ein weiterer wesentlicher Unterschied bestand zwischen dem deutschen und dem dänischen Vorgehen. Den deutschen Ritterheeren folgte auf dem Fusse ein noch grösseres von deutschen Bauern und Bürgern. Deutsche Städte erwuchsen längs der wendischen Küste. Die Dänen begnügten sich mit oberflächlicher Christianisierung und Anerkennung ihrer Herrschaft gegen möglichst hohe Zinszahlung. Es war noch der vornehmlich auf Beutemachen eingestellte Wikingergeist, der ihre Politik beherrschte.

Der Fall Heinrichs des Löwen machte an der Ostseeküste die Dänen zu seinen Erben; denn die kleinen reichsunmittelbaren Nachfolgerstaaten konnten den Dänenkönigen Knut VI. Waldemarsson (1182 - 1202) und Waldemar II dem Sieger (1202 - 1241) nicht Schach bieten. Waldemar II. vereinigte in seiner Hand ein zusammenhängendes gebiet von Jütland bis nach Hinterpommern. Durch geschickte Ausnutzung des staufisch-welfischen Gegensatzes erreichte er im Jahre 1214 die kaiserliche Anerkennung des tatsächlichen Besitzstandes: alles Land jenseits der Elbe und der Elde wurde ihm von Friedrich II. ausgeliefert. Schon griff Waldemar aber noch weiter. Die einzigen, die noch immer bisweilen wagten, die dänische Küste zu beunruhigen, waren die Esten. Gegen sie zog Waldemar 1219 die Reichsflotte zusammen, und nach einer grimmigen Schlacht bei Lyndanise (Reval), während der der Sage nach der Danebrog vom Himmel viel, gelang ihm die Unterwerfung. Ebenso wie bei den Slawenkämpfen in Norddeutschland stiessen in Estland die Dänen mit den Deutschen zusammen. Der Schwertritterorden kämpfte seit Beginn des 13. Jahrhunderts von Riga aus gegen Esten, Liven und Russen. Das Verhältnis der beiden zueinander war das gleiche wie in Norddeutschland: an sich Rivalen, hatten sie dem gefährlichen Feinde gegenüber das gleiche Interesse und waren deshalb zunächst verbündet. Da das Unternehmen als Kreuzzug galt, hatte der Papst eine geweihte Flagge (weisses Kreuz mit rotem Feld) geschickt). Von dessen Sturz (1180) profitierte auch der König von Dänemark. Wegen den nordischen Eroberungen wurde König Waldemar II. mitsamt seinem Sohne von einem seiner deutschen Vasallen, dem Grafen Heinrich von Schwerin, überfallen und entführt. Nur gegen Freigabe von ganz Norddeutschland südlich der Eider setzte man ihn 1225 wieder in Freiheit (Estland wurde 1346 an den Deutschen Orden verkauft). Zwar versuchte er noch einmal das Waffenglück, aber jetzt wurde "der Sieger" bei Bornhöved 1227 von den vereinigten Fürsten, Städten und freien Bauern geschlagen. Die Regierungszeiten Waldemars, seiner Söhne Knut VI. (1182-1202) und Waldemar II. (1202-1241) stellen die Höhepunkte der dänischen Geschichte des Mittelalters dar. Ebenso wie im deutschen Thronstreite der Staufer und Welfen hatte Waldemar versucht, auch in Schweden das Zünglein an der Wage zu bilden, aber gleichfalls ohne Erfolg. Er hat deshalb während der zweiten Hälfte seiner Regierung das Schwert aus der Hand gelegt und sich statt dessen als Gesetzgeber einen Namen gemacht. Nach dem Tod des Königs kam es zu langwierigen Auseinandersetzungen unter seinen Söhnen und deren Erben, in die auch die Kirche verwickelt wurde.

Nach seinem Tode (Waldemar II.) ist Dänemark von neuen Thronkämpfen heimgesucht worden. Seine vier nächsten Nachfolger, Erich Pflugpfennig, Abel, Christoffer I., und Erich Glipping, starben sämtlich eines unnatürlichen Todes. Trotz eines vorübergehenden kurzen Aufschwunges unter Erich Menved sank das reich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts so tief, dass ein deutscher Graf über die dänische Krone verfügen konnte. 1282 musste Erich V. dem Adel umfangreiche Zugeständnisse machen, um zum König gewählt zu werden. Christoffer II., der erste dänische König, der Aufgrund einer Wahlkapitulation den Thron bestieg, versuchte Nordschleswig für die Krone einzuziehen. Da trat ihm der Vormund des jungen Herzogs Waldemar, Graf Gerhard von Holstein, entgegen und vertrieb den König aus dem Reiche. 1326 bis 1340 war Gerhard der tatsächliche Regent Dänemarks. Als Entschädigung für seine Müheverwaltung liess er sich mit dem Herzogtum Schleswig belehnen. Zwar wurde diese Belehnung im Jahre 1330 in einem Erbanspruch umgewandelt, aber grosse Verpfändungen brachten schon damals den Hauptteil des Herzogtums in die Hände der Holsteiner, und nicht nur des Herzogtums - ganz Dänemark ist damals nahe daran gewesen, eine deutsche Provinz zu werden, zumal zu der politischen Bedrängnis durch die Holsteiner die vollständige wirtschaftliche Abhängigkeit von der Hanse kam.

Aus solcher Erniedrigung rettete Dänemark der vierte Waldemar, Atterdag genannt, weil es unter ihm "wieder Tag" wurde in der dänischen Geschichte (Möglicherweise verdankt er den Beinamen auch einer häufig gebrauchten Redensart). Um zunächst einmal Herr im eigenen Hause zu werden, machte er der Hanse grosse Zugeständnisse, trat die umstrittenden Provinzen Schonen, Halland und Blekinge an Schweden ab und verkaufte Estland an den Deutschen Orden. Schon nach wenigen Jahren ermöglichten ihm innere Kämpfe in Schweden die Rückerwerbung Südschwedens. Im Zusammenhang mit dem schwedischen Kriege glaubte auch er einen Schlag gegen die Hanse führen zu können, indem er das völkerrechtlich zu Schweden gehörende Visby überfiel und so ausplünderte, dass sich die Stadt nie wieder davon erholt hat. Diese Herausforderung war indessen zu stark. Zwei Kriege hat die Hanse gegen Dänemark geführt, im zweiten den König aus dem Reiche vertrieben und ihn zur Anerkennung des harten Stralsunder Friedens vom Jahre 1370 gezwungen. Damals wäre zum zweiten Male Gelegenheit gewesen, Dänemark zur deutschen Provinz zu machen. Die fürstlichen Verbündeten der Städte hatten die Absicht, das Reich unter sich zu teilen. Dem kamen die Städte durch ihren schnellen Friedensschluss zuvor; denn ihnen lag lediglich an der Sicherung ihrer Vorrechte in Dänemark. Ein Machtzuwachs der benachbarten Fürsten war keineswegs in ihrem Interesse. Waldemar IV. war der letzte vom Mannesstamme Sven Estridsons. Sein Sohn war in den Kämpfen mit den Hansen gefallen; von seinen Töchtern war die ältere, Ingeborg, mit einem mecklenburgischen Herzog, die jüngere, Margareta, mit dem König Haakon von Norwegen verheiratet. Beim Tode des Vaters eilte Margarete sofort nach Dänemark und erwirkte die Wahl ihres Sohnes Olaf zum König. Der Tod ihres Gatten und ihres Sohnes führte sie einige Jahre später selbst auf den Thron von Norwegen und Dänemark. Sie regierte im Namen Ihres Adoptierten Kindes (das Kind Ihrer Schwester) Erichs von Pommern. Als Gemahlin und Mutter der letzten Folkunger warf sie bald ihre Augen auch auf die dritte skandinavische Königskrone - Schweden, und in der Tat gelang es ihr, mit der Kalmarer Union ein neues Zeitalter für den Norden herbeizuführen (siehe Kalmarer Union).

Norwegen

Die Gebirgsnatur Norwegens mit ihren oft nur von der Seeseite zugänglichen Fjordtälern begünstigte die Zersplitterung des Volkes und die Erhaltung der aus den Sippenverbänden der Vorzeit hervorgegangenen Kleinstämme noch in den Zeiten, wo die Nachbarvölker sich bereits zu monarchischen Einheitsstaaten zusammengeschlossen hatten. Norwegen war zu Beginn der geschichtlichen Zeit das Land der grossen Geschlechter, die eifersüchtig das Emporkommen einzelner zu verhindern suchten. Die kräftigeren Nachbarstaaten der Schweden und Dänen drohten, die Kleinstämme am "Nordweg", für die es nicht einmal einen gemeinsamen Namen gab, zu verschlucken.

Als Gründer des Königreichs Norwegen gilt Olav (der Heilige), der 1030 im Kampf gegen den König von Dänemark fiel. Seine Nachfolger konnten die Unabhängigkeit Norwegens auch in Zeiten behaupten, in denen der Thron zwischen mehreren Prätendenten umstritten war. Insbesondere die Zeit zwischen 1130 und 1240 ist von derartigen Auseinandersetzungen erfüllt. In den Kämpfen zwischen den Parteien (Bagler und Birkebeiner) wurde ein grosser Teil der alten Adelsgeschlechter ausgerottet.

Unter König Hakon Hakonarson (1217-1263) wurde die Erbfolge 1260 endgültig geregelt und das Prinzip des Einkönigtums festgelegt. Ihm unterwarfen sich die Isländer und die Grönländer; allerdings musste er die Hebriden und die Insel Man an den König von Schottland abtreten. Sein Sohn Magnus Lagaboetir (1263-1280) hat den Beinamen der Tatsache zu verdanken, dass er als einer der ersten europäischen Monarchen für sein Reich ein umfassendes Gesetzbuch erliess. Seine Nachfolger griffen mehrfach in die internen Auseinandersetzungen in den skandinavischen Nachbarländern ein. Grenzregionen in Schonen gingen um 1300 an Schweden verloren. Durch die Kriege mit den Hansastädten, die Ausplünderung der Staatskassen durch König Magnus Eriksson VII z.G. schwedens und die Pestepidemien - wobei 2/3 der norwegischen Bevölkerung starb versank der Staat in die Bedeutungslosigkeit und Armut. Die 1350 gegründete Hanse war ein Bündnis von 150 norddeutschen Städten, darunter Bremen, Hamburg und Lübeck, das den Ostseehandel dominierte. Die Kalmarer Union schuf 1397 die verfassungsmäßige Grundlage für die Drei-Staaten-Union (siehe Kalmarer Union weiter unten). Von da an gehörte Norwegen bis 1814 zur dänischen Monarchie, während das Verhältnis zu Schweden nie gefestigt wurde, weil es von ständigen Bemühungen der Schweden geprägt war, sich von der dänischen Oberhoheit zu lösen.

Schweden

Gründer des christlichen Königreichs Schweden ist Olaf "Schoßkönig" (um 980-1021/22), der die Gebiete der Svear im Mittel- und der Götar in Südschweden unter seiner Herrschaft vereinigte und die Ausbreitung des Christentums wesentlich förderte.

Die Schwedische Eroberung im Mittelalter

Von etwa 1130 bis 1250 rivalisierten zwei Königshäuser um die Macht, die 1250 von der neuen Dynastie (Folkunger) abgelöst wurden. Das Königreich erhielt unter deren ersten Königen eine feste Struktur; dies gilt auch in kirchlicher Hinsicht. An die Stelle militärischen Dienstes trat für den grössten Teil der Bevölkerung die Pflicht zur Steuerzahlung. Der König unterhielt davon eine gepanzerte Reiterei nach kontinentalem Vorbild, aus deren Reihen sich der Adelsstand entwickelte, dessen Rechte 1279 formell festgeschrieben wurden. Thronkämpfe innerhalb der Dynastie führte im Zusammenhang mit der Thronbesetzung von 1319 zur Regelung künftiger Königswahlen. Gleichzeitig schuf der sogenannte "Freiheitsbrief" Garantien gegen willkürliche Besteuerung durch den König. Der damals gewählte König Magnus Eriksson erbte auch die Krone Norwegens und Finnlands und konnte zeitweise auch einen Teil Dänemarks unter seine Herrschaft bringen. 1365 wurde König Magnus Eriksson VII von seinem Neffen, Herzog Albrecht von Mecklenburg, verdrängt. Gegen Ihn holten die Schweden die

Das gesamte 15. Jahrhundert war von einem Kampf zwischen unionistischen und nationalschwedischen Gruppen gekennzeichnet.

Die Kalmarer Union schuf 1397 die verfassungsmäßige Grundlage für die Drei-Staaten-Union (siehe Kalmarer Union weiter unten). Das Verhältnis zu Dänemark-Norwegen wurde nie gefestigt, weil es von ständigen Bemühungen der Schweden geprägt war, sich von der dänischen Oberhoheit zu lösen. Der erste schwedische Kampf für die Unabhängigkeit war der Aufstand 1434-1436. Nur kurzfristig konnten sich die einzelnen Unionskönige auch in Schweden durchsetzen. Zeitweise gab es schwedische Reichsverweser, mit Karl Knutsson 1448-1457, 1464-1465 und 1467-1471 einen schwedischen König. im 15. Jahrhundert schwankte das schwedische Reichsrat zwischen Unterwerfung unter die dänische Vormacht und Selbstverwaltung. Letzter Unionskönig in Schweden war Christian II., der 1523 von Gustav Wasa aus Schweden vertrieben wurde. Der brutale Versuch Christians II., den schwedischen Widerstand durch das Blutbad von Stockholm, bei dem im Jahre 1520 achtzig Unionsgegner hingerichtet wurden, zu brechen, bewirkte jedoch genau das Gegenteil. Unter der Führung von Gustav I. Vasa brach ein erneuter schwedischer Aufstand los, der den endgültigen Zusammenbruch der Union bedeutete. Für Schweden begann eine neue Zeit als nordeuropäisches Königreich, das in scharfer Konkurrenz zu Dänemark-Norwegen stand. Mehr über die Geschichte Schwedens und der Familie Wasa und deren Aufstieg zu einer Grossmacht in Europa finden Sie in der nächsten Epoche (Renaissance), "Das Grossfürstentum Schweden".

Finnland

Zwei Jahrhunderte lang, in den Jahren zwischen 1050 und 1300, wurden die Finnen in zahlreichen Kreuzzügen, die von Schweden, das damals noch römisch-katholisch war, und auch von der russisch-orthodoxen Kirche ausgingen, zum Christentum missioniert, nur die Lappen traten erst später zum Christentum über. Der erste Feldzug, den der schwedische König Erik 1155 unternahm, sollte seinen Nutzen nicht nur in der Bekehrung der Heiden haben, sondern ihm auch wirtschaftlich und politisch nützen, jedoch konnte er keine dauerhafte Herrschaft unter den finnischen Stämmen aufbauen. Später, eventuell 1172 oder auch 1171, legte der Papst Schweden nahe, Finnland durch die Errichtung von Festungen und ständigen Garnisonen zu unterwerfen und zu bekehren, was auch gelang. Die Schweden besiegten die Finnen und Tavasten. Sie führten das Christentum ein und beherrschten fortan auch den Handel. Der Papst bestätigte 1216 den schwedischen Anspruch auf Finnland und mit dem Bau einer Festung in Tavastien wurde 1249 eine Machtgrundlage für die schwedische Herrschaft geschaffen. Aber auch die orthodoxe russische Kirche missionierte, vor allem in Karelien. Das sahen die Schweden nicht gern und schickten eine Streitmacht nach Karelien, welches im Frieden von Nöteburg 1323 zwischen Schweden und Nowgorod, also Russland, aufgeteilt wurde. Innerhalb der schwedischen Monarchie wurden den Finnen 1362 dieselben Rechte gewährt, wie den Schweden, aber im 15. und 16. Jahrhundert wurden dem finnischen Volk hohe Steuern auferlegt, in dieser Zeit liessen sich auch viele Schweden in Finnland nieder.

Island und Grönland

Island ist um 870 von Norwegern besiedelt worden, die z.T. aus Norwegen, z.T. aus den norwegischen Siedlungen in Schottland kamen. Zuvor lebten dort nur wenige irische Einsiedler, die das Land nach Ankunft der neuen Siedler verliessen. Ein aus Norwegen stammender, um 970 nach Island gekommener Man namens Erik (der Rote), der 982 wegen Totschlag des Landes verwiesen wurde, suchte daraufhin jenseits des Meeres nach neuem Land und entdeckte Grönland. Wenige Jahre später führte er eine erste Gruppe von Siedlern dorthin. Sein Sohn Leif Eriksen setzte die Entdeckerfahrten fort und erreichte kurz nach 1000 (Nord-) Amerika. Der norwegische König Olav Tryggvason erzwang 999 oder 1000 die Einführung des Christentums in Island und Grönland. Im 11. Jahrhundert vollzog sich eine Machtkonzentration in den Händen weniger Häuptlingsgeschlechter. Bis zum 12. Jahrhundert bildete sich in Island die Siedlungsstruktur, die bis heute erhalten blieb: die weiträumige Einzelhofsiedlung; Dörfer gab es nicht. Es ist von einer Gesamtzahl von 6'000 Haushalten, d.h. etwa 40'000 Einwohnern, auszugehen. Die Hälfte, möglicherweise sogar zwei Drittel der Einwohner fielen der 1402-1404 wütenden Pest zum Opfer. Nach einer Periode der Bürgerkriege wurde 1262-1264 die Vereinigung mit Norwegen vollzogen. Im 15. und frühen 16. Jahrhundert unternommene Versuche des Königs von England, in Island Fuss zu fassen, konnten zurückgewiesen werden. Die Siedlungen in Grönland wurden, bedingt durch eine Verschlechterung des Klimas, im 15. Jahrhundert aufgegeben.

Entstehung der Kalmarer Union (Dänemark, Norwegen, Schweden
(inkl. Finnland) 1319-1397

Nach dem Tod des Königs Hakon V. von Norwegen (1319) erbte sein Enkel (Sohn seiner Tochter, der auch König von Schweden war) König Magnus Eriksson die Krone Norwegens und Finnlands. Somit herrschte er als erster König über Norwegen und Schweden. 1363 heiratete König Magnus, Margarete von Dänemark, Tochter von König Waldemar Atterdag IV von Dänemark. Nach der Auflösung der schwedisch-norwegischen Union 1343/44 wurde sein Sohn Hakon VI, als Minderjähriger zum Norwegischen König gewählt. Er übernahm die Regierung 1355, doch behielt sein Vater König Magnus Eriksson VII von Schweden ein Teil des Landes. Sein Vater machte sich in Norwegen unbeliebt, da er norwegische Gelder z.G. Schwedens verschwendete und zu lasten Norwegens Krieg gegen die Hanse führte. 1343 verlor er eine Schlacht bei Kopenhagen gegen Dänemark und die Hanse, worauf er alle Privilegien für die Hanse erneuern musste (Handelsmonopol der Hanse in Norwegen). 1365 / 65 wurde er auch in Schweden abgesetzt und jahrelang von seinem Neffen Albrecht von Mecklenburg inhaftiert. Sein Sohn Hakon Magnusen VI 1343-1380 herrschte weiterhin in Norwegen und befreite 1372 seinen Vater und starb während neuer Kriegsvorbereitungen gegen Schweden. Er trat seiner Frau Margarete von Dänemark (Tochter des 1375 verstorbenen König Waldemar IV. von Dänemark) alle schwedischen Thronansprüche ab, die seinen Kampf siegreich fortsetzte und beendete. Gegen Albrecht von Mecklenburg holten die Schweden die Königin Margarete von Dänemark 1388 ins Land. Margarets grösste Aufgabe während den ganzen Regierungsjahren wahren die Auseinandersetzungen mit den 135o gegründeten Hansestädten. Selbstverständlich war die Hanse Margarete wirschaftlich und militärisch überlegen. Dennoch gelang es Ihr, sie in Schach zu halten. Die arbeitete auf die Vereinigung der skandinavischen Königreiche hin, die sie 1397 erreichte (Kalmarer Union). Aufgrund der Ehe des Königs Hakon VI. von Norwegen mit Margarete von Dänemark war der gemeinsame Sohn Olav seit 1376 König von Dänemark nachdem Waldemar IV von Dänemark starb und ab 1380 auch König von Norwegen. Olav übernahm 1385 mündig geworden die Regierungsgeschäfte seiner Mutter und nahm den Machtanspruch in Schweden wahr. Nachdem Olav mit 17 Jahren überraschend starb (1387) übernahm seine Mutter Margarete wieder die Regierungsgeschäfte. 1388/89 konnte Sie auch die Herrschaft über Schweden wieder erringen. Die Union der drei skandinavischen Königreiche wurde 1397 in Kalmar verfassungsrechtlich abgesichert.

Nach Margarete Tod folgte 1412 ihr Großneffe (Enkel Ihrer Schwester) Erich (Erik) von Pommern, zuvor verheirate Sie ihren Adoptierten Sohn Erik mit Prinzessin Philippa, der Tochter Heinrich IV. von England. Leider gelang es Ihm und den nachfolgenden Generationen nicht, das Reich zusammenzuhalten, und alle Erwerbungen Margaretes waren innerhalb einer Generation verloren. In den Jahren 1438 bis 1442 wurde er in allen drei Reichen abgesetzt. Sein Neffe Christoph von Bayern, wurde dänischer König und auch von Norwegen und Schweden akzeptiert, nachdem er gelobt hatte, die drei Länder getrennt zu verwalten. Nach dessen Tod konnten sich die mit Adligen besetzten Reichsräte nicht auf einen Nachfolger einigen. In Dänemark wurde 1448 Graf Christian von Oldenburg zum König gewählt, der 1450 Norwegen und 1457 Schweden hinzugewann. Christian von Bayern konnte, unterstützt von seiner Ehefrau, Königin Dorothea, Dänemark im Inneren konsolidieren. 1460, nach dem Erlöschen des holsteinischen Grafenhauses, wurde er zum Herzog von Schleswig und Grafen von Holstein gewählt. 1479 gründete er die Universität Kopenhagen. In Schweden kam es allerdings mehrfach zu Aufständen und zur kurzzeitigen Rückkehr des 1457 abgesetzten Königs Karl Knutsson. 1471 (Schlacht am Brunkeberg) verlor Christian auf Dauer die Macht in Schweden. Erst Christians 1483 zum König von Dänemark und Norwegen gewählter Sohn Hans konnte, gestützt auf ein Bündnis mit dem Großfürsten von Moskau, 1497 Schweden für einige Zeit zurückgewinnen. Dänemark und Norwegen blieben verbündete, bis sich Norwegen 1814 nach den Napoleonischen Kriegen erneut mit Schweden zusammenschloss.
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