Das Fränkisch-Karolingische Reich 466 n. Chr. - 843

Nun kommen wir wieder nach Westeuropa, dass durch das Fränkisch-Karolingische Reich in den Mittelpunkt der Weltgeschichte im Frühmittelalter rückt. Für Europa war das Franken-Reich mit dem Byzantinischen zusammen das Schutzschild der Christen vom schnellen Aufstieg des Islams. Aus dem Fränkisch-Karolingischem Reich entstand das Heilige Deutsche Reich und Frankreich die ab dem 9. Jahrhundert und bis in die Neuzeit zu den dominierenden Mächten in Europa gehörten mit England zusammen. Erst in der Renaissance kamen neue Staaten die Europa neu prägten.

Historisches 250-466 n. Chr.

Die Franken (= Freie) sind während der Völkerwanderung (ab ca. 250) aus den weserrheingermanischen Stämmen der Chamaven, Ampsivarier, Chattuarier, Brukterer, Tenkterer entstanden. Später kamen noch die Chatten (Hessen) dazu. Die Besiedlung Galliens durch die Salier (ahd. sala = Herrschaft) begann im 5. Jahrhundert bis zur Seine und Loire. Funde und auch Ortsnamen deuten darauf hin, dass in der Zeit vor Christi Geburt hier die Kelten siedelten. Die Römer selbst kamen nur bis in die Randgebiete des heutigen Franken. Römische Dauersiedlungen sind nur westlich und südlich des Limes entstanden wie Biriciani (b. Weißenburg). Nördlich und östlich des Limes war freies Germanien. Geklärt ist die Herkunft der Bayern aber bis heute nicht, nachgewiesen ist nur, dass sie um etwa 550 n. Chr. an der Donau siedelten und sich aus Resten keltoromanischer Bevölkerung sowie germanischen Söldnern in römischen Diensten zusammensetzten. Germanisiert wurden sie durch die von Nordwesten vorrückenden Franken, denen sie daher den Umstand verdanken, dass sie heute deutsch sprechen.

Aufstieg und Fall der Franken, der Merowinger und der Koarolinger zur dominierenden Macht in Europa 496-843

Die Bildung des Fränkischen Reich (5.Jh. - 9. Jh.) begann mit dem Salische Stammesfürst Chlodwig aus der Familie der Merowinger (466 - 511) begannen sie mainaufwärts ins heutige (Ost-) Franken zu ziehen, welches als einziges Gebiet immer noch diesen Namen trägt (Merowingische Landnahme). Er beseitigte die Reste der Römerherrschaft in Gallien (486 bei Soissons) und schlug 496 die vordringenden Alemannen zurück und einigte ende des 5. Jh. die verschiedenen Frankenstämme. Die Franken gehörten zu den Germanen, die nicht weit wanderten und deshalb auch nicht entwurzelt wurden. Im gleichen Jahr liess er sich zusammen mit dreitausend Kriegern in Reims feierlich taufen. Er unterwarf die Westgoten (507), die Thüringer (531) und die Burgunder (534).

Anfang 6. Jh. drangen aus der Gegend Lothringen, Ardennen, Rheinmündung die Franken in das Land um Main, Neckar, Tauber, fränkische Saale bis zur Altmühl vor und besiedelten es. Wohl sass in diesen Gebieten bereits eine Mischbevölkerung aus Kelten und den wechselnden germanischen Oberschichten. Aber es galt nun im ganzen 'Fränkischen Reich die lex salica, das salfränkische Gesetz. Die Verfränkung der Unterworfenen setzt rasch ein. Die erste bedeutende Stadtgründung im heutigen Franken war Würzburg (um 560), einer der Hauptsitze der fränkischen Herzöge. Die Merowinger liessen ihre Hausmeier (oberste Hofbeamte) das Frankenreich regieren und diese Meier wurden von der Familie der Karolinger gestellt, der Stammvater einer mit dem Namen Karl (ungefähr im Sinne von wackerer Kerl) gewesen sein muss. Der Karolinger Karl Martell schlug 732 bei Tours und Poitiers die Araber so vernichtend, dass diese sich hinter die Pyrenäen zurückzogen und sie in der Folgezeit nie mehr überschritten. Er galt als "Retter der Christenheit". In der Tag war nun dem Einrücken des Islams, wie von Konstantinopel im Osten, auch vom Frankenreich im Westen ein Riegel geschoben. Der fränkische Hausmeier mit dem bereits romanischen Beinamen Martell bemühte sich auch um die Missionierung der Germanden ältlich des Rheins.

Pippin der Jüngere begründete 751 die Dynastie der Karolinger. Er wandte sich an Papst mit der ruchsichtigen Frage, wem der Königstitel gebühre, dem Untätigen, der ihn geerbt hat, oder dem , der die ganze Bürde des Regierens trage. Die Antwort des Papstes Zacharias fiel 751 natürlich zu Pipins Gunsten aus, - wohl nicht nur weil dieser ihm die Ehre des Gefragtwerdens angetan hatte und nicht nur weil das Papsttum Hilfe gegen die Langobarden brauchte. So wechselte die Königskrone von den Merowinger zu den ehemaligen Hausmeier den Karolinger. Die Antwort, Pipin sollte König sein, schuf den Präzedenzfall, auf den sich spätere Päpste mit dem Anspruch Könige einzusezten, immer wieder berufen konnte. Pipin legitimierte sich aber wohlweislich nicht nur mit der Salbung duch den päpstlichen Legaten Bonifaz zum König "von Gottes Gnaden", sondern liess sich auch von einer Reichsversammlung von fränkischen Adlichen in Soissons auf den Schild erheben. Drauf versenkte er den letzten Merowingerkönig in ein Kloster. Er zwang den Langobardenkönig, die fränkische Oberhoheit anzuerkennen und ein grosses Stück Mittelitaliens mit Ravenna abzutreten. Es handelte sich um Exachatsgebiet, das die Langobarden Byzanz weggenommen hatten. Pipin übergab dieses Land dem Papst zum ewigen Besitz und etablierte damit den Kirchenstaat, der die Päpste bis 1870 mit einer namhaften weltlichen Herrschaft ausstattete. Sein Sohn, Karl der Große (frz.: Charlemagne), vereinte das Frankenreich mit Sachsen, Bayern und Oberitalien. 742 gründet St. Bonifatius das Bistum Würzburg. Karl der Große ist anwesend bei der Einweihung des Doms 788. Anno 800 ließ er sich vom Papst zum Kaiser krönen. Unter Karls Enkeln wurde das Reich geteilt.

Im Teilungsvertrag von Verdun 843 zerfiel das Riesenreich in einen Westteil Neustrien und einen Ostteil Austrasien. Aus dem Ostteil werden selbständige Herzogtümer ausgewiesen, wie z. B. Elsaß, Alemannien, das spätere Herzogtum Schwaben, so auch das Herzogtum Ostfranken.

Ostfranken, der Begin einer Dt. Nation 843-919

Bald wird dieses riesige Herzogtum, das von Fritzlar bis Baden-Baden und von Bingen bis Pappenheim reicht, in 'Rheinfranken' und 'Ostfranken' unterschieden. Seit der Mitte des 11.Jh. hat sich der Begriff 'Ostfranken', unbeschadet seiner Grenzziehungen, allgemein durchgesetzt für das Gebiet des Mains und seiner Nebenflüsse. Im Gegensatz zu Bayern, Sachsen und Schwaben, die als festgefügte Stammesherzogtümer heranwuchsen und oft mehrere Jahrhunderte unter der gleichen Familie regiert wurden, hatte das Herzogtum Franken nur kurzen Bestand. Herzog Eberhard von Franken war in Fehde mit dem Sachsenkaiser Otto I. (Dt. Kaiser) und Eberhard fiel in der Schlacht bei Andernach am 2. Oktober 939. Der Kaiser zog das Herzogtum sofort ein. Franken wurde Königsland und ging als Krongut an die Sachsenkaiser der Ottonen, an die Salier und Staufer. Franken war durch seine Mittellage zwischen den Herzogtümern Sachsen, Schwaben, Bayern und Böhmen für die Krone besonders wichtig. Mehr und die fortlaufende Geschichte über das Fränkische Reich finden Sie im nächsten Kapitel nach der Reichsteilung und dem Tod von Karl des Grossen 843, das Ostfränkische Reich unter Deutsche Geschichte und das Westreich bei Frankreich.
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