Einleitung - Das Mittelalter (Romanik - Gotik) 476 - 1453

Es gibt keinen bestimmten Tag, von dem man sagen könnte hier beginnt das Mittelalter. Vielleicht am ehesten noch das Jahr 476 n.Chr. mit dem Ende des Weströmischen Reiches. Wobei aber die Zeit des Erstarkens der Germanenvölker und die zweite eigentliche Völkerwanderungszeit 375 zum Frühen Mittelalter gerechnet wird und einiges war ja vor 476 (siehe Germanen). Also irgendwann innerhalb dieser Zeitspanne beginnt in der geschichtlichen Abfolge - nach der Antike - das Mittelalter.

Die Geschichte bis dahin war noch recht überschaubar. Zur Zeit der ersten Hochkulturen in Mesopotamien lebten die Menschen im Norden noch in der Steinzeit. Die Ägypter, Griechen und Römer haben ebenfalls die Geschichte in der jeweiligen Zeit fast im Alleingang geschrieben. Für Mensch und Gesellschaft entscheidende Veränderungen gingen von den Zentralstaaten aus. Anders nun im Mittelalter. Immer mehr Menschen bevölkern die Erde in immer mehr Staatengebilden mit immer mehr und schnelleren Kontakten. Entscheidendes für die Menschen und die Entwicklung der Staaten läuft nun parallel ab. Das Christentum stärkte sich nach dem Kaiser Konstantin (Ostrom, Byzanz) im 5. Jh. die Religion der Christen annahm. Aus dem Orient kam mit Mohammed 570 n. Chr. der Siegeszug des Islams (Omaijaden Reich) welches durch die Abbasiden ab 750 n. Chr. und den Osmanen im 14. und 15. Jahrhundert fortgesetzt wurde.

Die Zentralgewalten in Europa (Westlichen Staaten) - Zuerst das Frankenreich mit dem Höhepunkt Karl der Grosse und ab dem 9. - 10. Jh. die daraus Entstandenen Staaten Frankreich und Deutschland (Heiliges Römisches Reich). Etwas später England und weitere Staatstaaten in Europa die das Mittelalter prägten. In Arabien und im nahen Osten herrschte das Omaijaden Reich (Araber - Islam) und in Anatolien (Türkei) das christliche Byzantinische Reich, dass gegen ende des Mittelalters ab dem 14. und 15 Jahrhundert durch das Osmanische Reich (Islam) abgelöst wurde (siehe Kapitel Renaissance). Aus Asien lauerten die Gefahren für Europa - zu Beginn der Epoche die Hunnen mit Attila (siehe Antike) und im 13 Jh. die Mongolen mit Dschingis Kahn. Aus dem nahen Osten und aus Afrika bedrängten die Araber immer mehr die Grenzen Europas. Das Byzantinische Reich und die Völker des Balkans bildeten im Osten das Bollwerk gegen den Islam zum Schutz von Europa. Im Westen bildete Spanien die Grenze, wobei die Berber bis zu den Pyrenäen das Land erobert. Auf der anderen Seite in Frankreich bildete der Franke Karl der Grosse eine unüberwindbare Schranke für die Araber. Auf der spanischen Seite begann die Zeit des Wiederstandes gegen die fremden Herrscher.

Oft wird das Mittelalter als die dunkle Zeit der verschiedenen Epochen genannt. Tatsächlich wurde die Pracht aus der Antike und der ersten Hochkulturen nicht mehr erreicht. Ausser im Byzantinischen und in den Islamischen Reichen fand ein sehr kulturelles und angenehmes Leben statt. Dennoch wurde in Europa beziehungsweise in Italien der Grundstein für die Neuzeit mit der Renaissance (Wiedergeburt) gelegt - die Klöster und deren Schulen und somit Bildung! Europa im Norden fing an zu leben, mit dem Kreditwesen in Italien entstand ein organisierter Handel. Aber es war auch eine Zeit des Schreckens mit der Pest (um 1348), welche die hälfte der Bevölkerung hinraffte.
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