Das Königreich Aksum und die Bundeslade (Äthiopien)

Einleitung

Zum Beginn und zum Schluss dieser Epoche noch etwas allgemeines für diese Zeit: Menschen brauchen Nahrung, Wasser und Schutz zum Überleben. Doch in finsteren Stunden hilft der Glaube. Antike Reiche benutzten Religion (organisierten Glauben) zur Kontrolle, für manche Reiche aber war er die Basis ihrer Existenz.


Das Königreich Aksum

Das Königreich Äthiopien war das erste christliche Reich Afrikas und jahrhundertlang der einzige unabhängige Staat des Kontinents. Es ist interessant, welche Kraft das Land aus seinem Glauben geschöpft hat. Die bei Aksum in Äthiopien entdeckten mehrstöckigen Gebäude, Begräbnisstätten und Münzen des 2. und dem 7. Jh. zeugen eindrucksvoll den Wohlstand, der auf dem Handel beruhte, insbesondere mit Elfenbein und Tierhäuten.

Frühgeschichte

Eigentlich gehört die Geschichte über das Reich von Aksum zu Jerusalem, aber da es bis in die Frühzeit des Mittelalters existierte und eher in der Antike ihre Hochblüte gehabt hat, nehmen wir es an diese Stelle. Es nahm keinen Einfluss auf die Weltgeschichte, aber es wahr dennoch einzigartig. König Salomon und die Königin von Saba haben angeblich Abessinien (Äthiopien) um 1000 v. Chr. gegründet. Nach einem Mittelalterlichen Bericht über die Bundeslage ist zu entnehmen: Die Königin von Saba - deren Reich Jemen und Äthiopien umfasste - besuchte König Salomon von Israel, um seinen Rat einzuholen. Als sie in ihre Hauptstadt Mahrib zurückkehrte, war sie schwanger. Ihr Sohn Menelik wurde von Salomon zum König von Äthiopien ernannt und gründete eine königliche Dynastie. Es gibt unterschiedliche Berichte wie und weshalb die Bundeslade nach Äthiopien gebracht worden sei, ein Bericht besagt, dass kurz vor dem Einfall der Babylonier in Judäa aus dem Tempel von Jerusalem entfernt wurde, bevor die Juden in die Babylonische Gefangenschaft gerieten. Im Jahr 550 v. Chr. ziehen Araber aus Jemen über das Rote Meer und mischen sich mit Einheimischen und gründen Aksum. Um etwa 260 v. Chr. ist der Hafen Adulis an der Äthiopischen Küste einer der bedeutendsten Häfen der Welt. Zuerst waren die Herrscher Heiden. Unter ihrer Führung wurde Aksum zu einem wichtigen Handelsposten, der Wohlstand und Frieden brachte. Das Land bei Aksum war fruchtbar und ertragreich. Der Höhepunkt des Königreiches Aksum war zwischen 300 und 350 n. Christus.


Das Christentum und Handelsmetropole am Roten Meer

Das Christentum gelangte durch eine Zufall nach Aksum. Der christliche Philosoph Meropius erlitt im 4. Jh. n. Chr. Schiffbruch und kam so nach Aksum. Sie stiessen auf willige Zuhörer. Schliesslich wurden Frumentius und Ädesius zu geschätzten Mitgliedern des königlichen Haushalts. Nach dem Tod des Königs wurde Frumentius sogar Regent des Prinzen Ezana. Die beiden verstanden sich sehr gut. Sobald de Prinz volljährig war, versuchte er Aksum zu christianisieren. Frumentius wurde vom Bischof von Alexandria zum ersten Abuna (Bischof) ernannt. Er wurde als Bischof des Friedens bekannt und später heilig gesprochen.

Im 5. Jh. fürhten neun Mönche aus Syrien oder Ägypten das Möchtum in die kirchliche Tradition ein. Zu dieser Zeit war in der Kirche eine Debatte über die Natur und das Wesen Christi entflammt. Die Mönche warn Monophysiten - sie glaubten, dass Jesus sowohl Gott als auch Mensch war. Sie stiessen allerdings auf Widerstand. 451 wurde das Konzil von Chalzedon einberufen, um die Streitfrage zu klären. Die Haltung der Monophysiten wurde bei dem Konzil verworfen und sie zogen sich in entlegende Gebiete wie nach Aksum zurück. Die äthiopische Kirche, wie auch die Kirchen von Ägypten, Syrien, der Türkei und Armenien, operierten von da an als Gruppe unabhängig vom Rest der Welt - bis heute ist die koptische Kirche getrennt (orthodox).

Im 6. Jahrhundert wurden die Juden einflussreicher und einige Äthiopier konvertierten zum Judentum. Das Reich blieb jedoch weitgehend christlich.


Das Ende von Aksum

An seinem Höhepunkt umfasste das Reich von Aksum, Nubien und Äthiopien, erstreckte sich über das Rote Meer bis nach Jemen. In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts zerfiel das Reich. Handelsrouten verlagerten sich, als die Aksum freundlich gesinnten Byzantiner mit den feindlichen Sassaniden (Perser) Krieg führten. Zu dieser Zeit war Aksum wegen seiner südlichen Lage jedoch kein frequentierter Handelsknotenpunkt mehr. Lange Zeit liessen die Moslems - die Propheten Mohammed den Auftrag hatten, sich den Äthiopiern gegenüber friedlich zu zeigen - das Reich von Aksum in Ruhe, ihr Verhältnis verschlechterte sich aber. Schliesslich vertrieb die Ausdehneung des Islam und des Sasanidenreiches die Leute von Aksum aus dem Jemen. Aus dem Hafen Adulis, der für ihren Wohlstand essentiell war, wurden sie sogar verbannt. die moslemischen Staaten isolierten die Äthiopier von ihren ehemaligen Verbündeten im Mittelmeerraum. Lediglich eine religiöse Verbindung zu Ägypten konnten sie aufrechterhalten. Griechisch, die Sprache der Händler von Aksum, geriet in Vergessenheit. Viele Äthiopier zogen sich ins Gebirge zurück, um sich vor der moslemischen Invasionen zu schützen, und gegen Ende des ersten Jahrtausends war Aksum fast verlassen. Erst mit dem Aufstieg der Zagwe-Dynastie im 12. Jahrhunderte knüpfte Äthiopien wieden an seinen frühen Ruhm an.
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