Das Persische Reich unter den Achämeniden 546 v. bis 250 v. Chr.

Einführung und Zusammenfassung

Achämenes ist der (mythische) Stammvater und Namensgeber des persichen Königshäuser der Achämeniden und des Landes Persien. Über das Leben ist nichts bekannt, der Überlieferung nach gilt er als Sohn von Perseus (Sohn des Zeus und Danae). Sein Nachfahre Kyros II der Grosse (reg. 559-529) erreicht das Persiche Reich gewaltige Grösse (wie das heutige Iran und Afghanistan). Kyros besiegt sowohl den König von Medien als auch Känig Kroesuns von Lydeien und erobert 538 Babylon. 520 beginnt sein Nachfolger Dareios II mit dem Bau der gossen Hauptstadt Persopolis und dehnt das Reich noch weiter aus.

Grundsätzlich kann die Persische Geschichte in zwei Teile gegliedert werden, die Zeit vor Alexander der Grosse im 3. Jahrhundert v. Chr. und der Wiederaufstieg Persiens mit der Sassanidischen Dynastie 226 n.Chr. bis 642.

Einführung 546 bis 334 v. Chr.

Achämenes ist der (mythische) Stammvater und Namensgeber des persichen Königshäuser der Achämeniden und des Landes Persien. Über das Leben ist nichts bekannt, der Überlieferung nach gilt er als Sohn von Perseus (Sohn des Zeus und Danae). Sein Nachfahre Kyros II der Grosse (reg. 559-529) erreicht das Persiche Reich gewaltige Grösse (wie das heutige Iran und Afghanistan). Kyros besiegt sowohl den König von Medien als auch Känig Kroesuns von Lydeien und erobert 538 Babylon. 520 beginnt sein Nachfolger Dareios II mit dem Bau der gossen Hauptstadt Persopolis und dehnt das Reich noch weiter aus. Die Zeit n. Chr. 220 bis 642, das Reich der Sassaniden, wird ebenfalls in der Antike erzählt.)

Kyros der Große und die Achämeniden Dynastie

Es ist die Geburtsstunde eines Imperiums 546 v. Christus. Sein König, Kyros d.Gr., König der Perser, hatte das Reich der Meder 550 v. Chr. gestürzt, und die Fürsten unter sich vereinigt. Beunruhigt über den schnellen Machtzuwachs entschließt sich der König der Lyder, Kroisos, ermutigt durch das zweideutige Orakel von Delphi "Wenn Du den Halys überschreitest wirst Du ein Reich zerstören" zum Angriff auf Kyros. Kroisos kapituliert und Kyros herrschte über Kleinasien, danach beauftragt er seine Feldherrn mit der Eroberung der griechischen Küstenstädte. Den Protest der Spartaner gegen diese Eroberungen beantwortet Kyros d. Gr. laut Herodot wie folgt: "Ich fürchte kein Volk, das inmitten seiner Städte Plätze hat (Märkte), wo das Volk sich versammelt, schwört und einander betrügt. Wenn ich am Leben bleibe, soll Sparta von seinem eigenen Schicksal mehr zu reden haben als von dem der Ioner."

In einem achtjährigen Krieg erweitert er die Grenzen Persiens bis nach Indien und Zentralasien, bevor er seine Eroberungen im Westen wieder fortsetzt. Bei Opis schlägt er 539 v. Chr. das babylonische Heer und erobert die Hauptstadt Babylon. Wieder überrascht Kyros die Welt mit seiner Milde und Großzügigkeit. Er verschont die Babylonier und ehrt ihre Götter mit Opfergaben. Auch befreit Kyros das jüdische Volk von der babylonischen Gefangenschaft, gibt ihnen ihre Tempelschätze zurück, und befiehlt den Wiederaufbau des Tempels von Jerusalem (Vasalenstaat). Nach diesen glänzenden Siegen ordnet Kyros das Reich und wendet sich mit einem großen Heer den Nomadenstämmen in Zentralasien zu.
Er betritt das Reich der Amazonin Tomyris, Königin der Massageten. Um einen Krieg zu verhindern, hält er zuerst um die Hand der Königin an; sie aber weist dies als eine List ab, und fordert Kyros zum Kampf heraus. Im Vorfeld des Krieges gelingt es Kyros zwar, ein Drittel des Massageten Heeres durch eine Falle zu vernichten. Doch in der darauffolgenden Schlacht, die nach Herodot "die Größte, die die Perser je geführt hatten" ist, wird das persische Heer vernichtet und Kyrosh II d. Gr. fällt. Bei seinem Tod 530 v. Chr. erstreckt sich das persische Reich von der Ägäis bis nach Zentralasien, und von Indien bis nach Israel. Kyros, der Begründer des Perserreichs, ist zweifellos einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Eine Inschrift, die angeblich im Namen von Kyros verfasst wurde, lautet:" Ich bin Kyros, König der Welt, der grosse und gerechte Kyros....meine Soldaten durchsteiften Babylon in Ruhe und Frieden, ich verbot Belästigung und Terror in ganz Sumer und Addad. In Babylon und allen anderen Städte bemühte ich mich um Frieden...Ich versuchte, lokale Sitten beizubehalten .....". Kyros Grab wie auch sein noch heute zugänglicher Palast fefindet sich in Pasargadae im südlichen Zagrosgebierge in Iran. Kyros Sohn Kambyzes folgt seinem Vater auf den Thron und vollendet dessen Werk. Nachdem er seinen Vater gerächt und das Reich geordnet hat, greift er über Sinai Ägypten an. Bei Pelusion schlägt er das ägyptische Heer und erobert 525 v. Chr. Memphis; auch hier behandelt er, gemäß den Traditionen seines Vaters, die besiegten Ägypter großzügig, achtet ihre Sitten und respektiert ihren Glauben. Nach Ägypten wendet er sich den übrigen Gebieten Afrikas zu. Er erobert Lybien, die Goldminen von Sudan und Teile Äthiopiens. Von der Eroberung Kathargos sieht er auf Bitten seiner phönezischen Vasallen ab. Ein Priester gibt sich als der getötete Bruder Kambyzes, Bardja, aus und erklärt sich zum König der Könige. Auf dem Rückweg nach Persien stirbt Kambyzes. Mit seinem Tod bleibt der falsche Bardja auf dem Thron. Doch sieben der iranischen Aristokraten verschwören sich gegen ihn; sie beauftragen einer ihrer Töchter, sich ihm zu nähern und den König auf seine Echtheit hin zu prüfen. So kann der falsche Bardja vom Thron gestürzt werden. Darius aus dem Hause der Achaimeniden wird König.

Darius der Große Achaimeniden Dynastie

Mit seiner Thronbesteigung begegnet er zahlreichen Aufständen im ganzen Reich. Nahezu alle unterworfenen Länder fallen ab. Nur auf die persischen Truppen gestützt, zerschlägt er alle Aufstände. Dabei verfährt er wie Kyros und behandelt die unterworfenen Völker mit großer Milde. Darius gilt durch seine administrativen Maßnahmen zu Recht als der Schöpfer des persischen Weltreiches. Er reformiert das Verwaltungswesen, trennt zivile und militärische Ämter, schafft ein einheitliches Münzsystem, baut neue großzügige Straßen und Kanäle. Darunter die berühmte Königsstraße, von Sardes nach Susa 2.400km, und von Ägypten nach Zentralasien. Durch den Bau des Suezkanals werden die Schiffahrt und der Handel erleichtert. Außer dem wird ein ausgeklügeltes Postsystem ins Leben gerufen. So berichtet Herodot: "Überall gibt es königliche Stationen und ganz ausgezeichnete Herbergen, und die ganze Straße führt durch bewohntes und sicheres Gebiet." All diese Reformen führen zu einem enormen wirtschaftlichen Aufschwung im Reich, so daß, trotz der hohen Steuern, die den besiegten Völkern auferlegt worden waren, die Menschen in Wohlstand leben können. Die Organisation des Reiches unter Darius gilt zu Recht als die Spitzenleistung der Staatskunst, die die Welt bis dahin gesehen hatte. Selbst bei den Römern, die später vieles davon übernehmen, können nur Trajan und Hadrian ihm gleichziehen. Nach diesen großen Reformen entsendet Darius eine Expedition zur Erforschung Indiens, dem anschließend die Annexion von weiten Teilen Indiens folgt. Eine gefundene Inschrift sagt:"...Ich bin Darius, König der Könige, König in Persien und zweiundvierzig Völker, die mir Gehorsam leisten...."

Im Jahre 515 v. Chr. überschreitet das persische Heer unter Darius die Grenze zu Makedonien und Therakien (heutiges Rumänien und Bulgarien) werden erobert. Er überquert die Donau und betritt das Land der nomadischen Skyten. 60 Tage lang marschiert das Heer ins Innere des Skytenlandes. Dieses Volk kennt weder Landwirtschaft, noch Häuser, wagt sich auch nicht zum Kampf zu stellen. Nach Herodot standen vor dem Aufstand die griechischen Städte, namentlich Milet, auf dem Höhepunkt ihrer Zeit und ihres Reichtums. Als aber der Statthalter von Milet, Aristagoras, wegen einer fehlgeschlagenen Militärexpedition dem Darius Rechenschaft liefern soll, entschließt er sich, ermutigt durch den Reichtum seiner Stadt, vom Reich abzufallen. Er bittet die anderen Griechen um Hilfe. Mit der Unterstützung der Athener und Eretreen greift er Sardes an, plündert und verbrennt die Stadt samt ihrer Heiligtümer, doch vor den heranrückenden persischen Truppen fliehen die Griechen. Der Aufstand wird in der Schlacht von Epheus 495 niedergeschlagen. Den Athenern aber gelingt es, den persischen Angriff abzuwehren. In der Schlacht bei Marathon gelingt es den Griechen, zum ersten Mal ein persisches Heer zu besiegen. Dieser Sieg bewahrte nicht nur Athen vor dem Niedergang; er hatte eine kaum zu überschätzbare Wirkung auf die übrigen Griechen. Er brach der Mythos von der Unbesiegbarkeit der Perser.

König Xerxes

Noch während seiner Vorbereitungen eines weiteren Feldzuges stirbt Darius. Sein Sohn Xerxes wird zum neuen König der Perser gekrönt. Er zerschlägt Aufstände in Ägypten und trifft umfangreiche Vorbereitungen für seinen Europafeldzug. Er beauftragt die phönizischen Werften mit dem Bau der größten Flotte der damaligen Welt, und lässt aus dem gesamten Reich Truppen ausheben. Doch dieser Feldzug unterscheidet sich von den Unternehmungen zur Zeiten Kyros und Darius. Das Heer dient mehr der Zurschaustellung der persischen Macht als eine schlagfertige Armee. Die persische Armee zeigt zwar einen enormen Fortschritt in bezug auf ihre Organisation und Bewaffnung, aber die vielen verschiedenen Völker mit ihren verschiedenen Sprachen und Kampfarten erschweren ihren präzisen militärischen Einsatz. Im Jahre 480 v. Chr. wird das persische Heer von einer großen Armada mit mehr als 1'200 Kriegsschiffen, bestehend aus griechischen, ägyptischen und phönizischen Einheiten, begleitet. Ein bei Athos gebauter Kanal erleichtert den Vormarsch der persischen Flotte. Insgesamt beweist der Aufmarsch den hohen organisatorischen, technischen und logistischen Stand des Heeres, der vieles den späteren Römern vorwegnimmt. Die persischen See- und Landstreitkräfte setzen ihren Zug nach Athen fort. Während die persische Flotte das erste Seegefecht bei Eube für sich entscheidet, wird eine vollständige Einkesselung der griechischen Armee durch die legendäre Tapferkeit des spartanischen Elitecorps unter ihrem König Leonidas verhindert (die Schlacht an den Thermopylen). Den Griechen gelingt es unter schweren Verlusten, das Schlachtfeld zu räumen. Xerxes erobert nach weiteren Kämpfen Athen; läßt als Strafe für die Verbrennung der Heiligtümer in Sardes die Tempel in Brand setzen, und überführt zahlreiche griechische Statuen als Trophäen nach Persien. Unterdessen steht die griechische Flotte in Salamis vor der Auflösung. Die übriggebliebenen griechischen Schiffe greifeb die noch zersplitterten persischen Flotteneinheiten bei der Meerenge von Salamis an. Wegen Kämpfen im Osten des Reiches verläßt Xerxes Griechenland, und überläßt seinem Feldherren Mardonios eine 80.000 Mann große Armee zur Eroberung Restgriechenlands. Bereits zu Beginn des nächsten Jahres fällt dann die Entscheidung bei Platäa. Die Schlacht dauert über zehn Tage. Die persische Kavallerie, der die Griechen nichts entgegenzusetzen haben, bringt den Griechen schwere Verluste bei. Die meisten Griechen räumen das Feld. Am zehnten Tag treten sogar die Spartaner und die Athener den Rückzug an. Die Perser, die den Sieg vor Augen haben, verfolgen die Griechen. Bei der Verfolgung fällt der persische Feldherr Mardonios. Pansanias, der König der Spartaner, nutzt die Verwirrung aus und startet einen Gegenangriff. Die nun geschlagenen Perser ziehen sich nach Asien zurück. Die Abwehr der persischen Invasion eröffnet den Griechen eine neue Epoche der Kultur und des Geistes. Der Sieg ist der Wille und die Entschlossenheit eines Volkes, daß seine Freiheit über alle Maße liebt und bereit ist, diese auch gegenüber einer weit überlegenen Weltmacht zu verteidigen. Auch das Perserreich ist in dem folgenden Jahrhundert Zeuge eine enormen wirtschaftlichen und kulturellen Reichtum, dessen Überreste sich in den persischen Palastanlagen, in Parsagard und Persepolis, widerspiegeln. Zum ersten Mal in der Geschichte können Menschen sicher und frei durch die Welt reisen, Handel betreiben, fremde Kulturen kennenlernen und ihre wissenschaftlichen Kenntnisse austauschen. Aber mit dem Reichtum vernachlässigen die Perser ihre kriegerischen Tugenden immer mehr; zwar gelingt es den Persern beim Königsfrieden, ihre Hegemonie über die griechischen Staaten durchzusetzen.

Aber im Innern schwächen Nachfolgekämpfe und Aufstände das Reich. Noch einmal gelingt es Artaxerxes III Ochos (359-338) die Reichseinheit wieder herzustellen, und das Land auch militärisch zu stärken; aber mit seinem Tode erliegt das Reich unter Darius III dem jungen Makedonen Alexander dem Großen. Doch das Erbe dieses Reiches ging weit über dieses Datum hinaus. Die vorbildliche Reichs- und Militärverwaltung, die Edelmütigkeit und Großzügigkeit dieser ersten Perserkönige setzen in der Welt einen neuen, bisher kaum gekannten Maßstab. Leider führten die letzten Herrscher diese nicht mehr so aus, es regierten ehrgeizige, machthungrige Monster. Persien verschwand 330 v. Chr. von der Weltbühne bis zum Wiederaufstieg im Jahre 226 n. Chr. bis 643. Darauf werden wir weiter unten eingehen. In den Zwischenjahren von 330 v. Chr. und 226 n. Chr. herrschten zuerst die Griechen, Stammesaufstände und Streitigkeiten entstanden, die Eroberung durch die Römer, bis 500 Jahre später die Sassanidische Dynastie gegründet wurde.

Erziehung, Verwaltung und Lebensbedingenen im
Achaimeniden Reich


Entsprechend der Erfordernisse des Reiches ist die Erziehung der Perser auf Administration und Militär ausgerichtet. Die Knaben werden vom fünften bis zum zwanzigsten Lebensjahr vor allem (nach Herodot) im Reiten, Schießen und Wahrheitsagen erzogen. Ferner lernen sie in dieser Zeit zu befehlen und zu gehorchen. Mit 20 Jahre verlassen sie ihre Heimat Pars und ziehen in Gruppen unter der Leitung eines Mentors durch das Imperium. So lernen sie das Reich und seine Völker mit ihren vielfältigen Kulturen kennen. Mit 25 Jahren kehren sie nach Hause und treten in die Dienste des Königs und werden mit öffentlichen und militärischen Ämter betraut.

Von den Frauen der persischen Aristokratie weiß man schon seit langem, dass sie mit weitreichenden Rechten und Privilegien ausgestattet wurden. Sie verfügten über beträchtliches Vermögen und Ländereien, die sie selbständig verwalten konnten. Von ihren großen politischen Einfluss wissen vor allem die griechischen Quellen zu berichten. So werden sie in Firdausis Werk (Shahnahmeh) abermals als tapfere Kriegerinnen gerühmt. Aber auch die Frauen der unteren Schichten hatten eine außerordentlich hohe rechtliche Stellung, ganz im Gegensatz zu den antiken Römer und Griechen. Aus den zahlreichen neu entdeckten Dokumenten dieser Zeit (zum Teil Lohnabrechnungen u.s.w) weiß man, daß den Frauen gleicher Lohn wie den Männern zu stand. Das Reich garantierte ein Mindestgehalt und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie während der Schwangerschaft.

Das persische Imperium, das erste Indogermanische Reich der Geschichte, zählt zu den bestgeführten Staaten der Weltgeschichte. An dessen Spitze steht der König der Könige, König der Perser. Das Reich ist in 20 Satrapien (=Provinzen) unterteilt, die von persischen Adligen oder einheimischen Fürsten verwaltet werden. Jeder dieser Satrapien ist zu jährlichen Tributzahlungen und sonstigen Abgaben verpflichtet. Zur besseren Verwaltung sammeln die Perser die alten Gesetze der Völker und wenden diese in den einzelnen Ländern an. So empfinden auch die eroberten Gebiete, außer vielleicht Ägypten, die persische Herrschaft mehr als eine Schutz- und Ordnungsmacht als eine Unterdrückung. Dem Satrapen (=Statthalter) sind Generäle und Verwaltungsbeamte zur Seite gestellt, die nur dem Shah verpflichtet sind. Zudem existiert ein breites Netz von Horcher (genannt Ohren und Augen des Königs), die den König über die Verhältnisse im Land informieren. Um ihren hohen Gerechtigkeitsanspruch nach zu kommen, schaffen die Perser ein starkes Rechtssystem. Eine wesentliche Säule dieses Reiches ist die Treue der Untertanen zum König. Eine Tugend, die von den Griechen kritisiert, bei den Perser aber sehr hoch gehalten wird. Die Griechen interpretieren diese nahezu bedingungslose Treue der Perser zu ihrem König als ein Akt der Versklavung, wohingegen die Perser darin eine große Ehre sehen.

Nach dem griechischen Historiker Herodot (ca. 484-425 v. Chr.): Es ist nicht Sitte bei ihnen, Götterbilder, Tempel und Altäre zu errichten. Offenbar stellen sie sich die Götter nicht wie die Hellenen als menschenähnliche Wesen vor. Dem Zeus pflegen sie oben auf den Gipfel der Berge zu opfern, und zwar bezeichnen sie mit dem Namen Zeus das ganze Himmelsgewölbe. Sie opfern auch der Sonne, dem Mond, der Erde, dem Feuer, dem Wasser und den Winden. Als höchsten Festtag feiert jeder Perser den Tag an dem er geboren ist. An diesem Tage will er ein reichlicheres Mahl einnehmen als sonst, und seinen Gästen jeweils ein Geschenk machen. Den Wein lieben sie sehr. Sie pflegen im Rausch die wichtigsten Angelegenheiten zu verhandeln. Den Beschluss den man so gefasst hat, trägt der Hausherr, in dessen Hause die Beratung stattfindet, am nächsten Tage, wenn die beratenden nüchtern sind, noch einmal vor. Ist man auch jetzt damit einverstanden, so führt man das beschlossene aus. Auch ein Gegenstand, den sie nüchtern vorberaten haben, in der Trunkenheit noch einmal erwogen. Die Haupttugend ist Tapferkeit. Ferner gilt es als ein Verdienst, viele Söhne zu haben.


Die Zwischenjahre, Persien unter Alexander der Grosse
um 330 v. Chr.


Energisch und entschlossen behauptet sich Alexander nach dem Tod seines Vaters Philip von Makedonien (336 v. Chr.) auf den Throm. Nachdem er seine Herrschaft über das durch die ständigen Bürgerkriege geschwächte Griechenland befestigt hat, bereitet er sich auf seinen Feldzug gegen Persien vor. Im Jahre 334 v.Chr. überquert er mit einem über 35.000 Mann starken Heer, das nur zu einem geringen Teil aus Griechen besteht, die Grenze zu Persien. Bereits bei Granikos trifft er auf die ebenso starke persische Kleinasienarmee. Allen Regeln der Kriegskunst spottend, attackiert er die überlegene persische Kavallerie. Die schiefe Schlachtordnung (eine von den Thebetanern entwickelte Kampfformation) beschert ihm den Sieg. Nach diesem Sieg setzt er seinen Zug entlang der kleinasiatischen griechischen Küstenstädte fort. Diese öffnen nur widerwillig ihre Tore und die weit überlegenere persische Flotte unter dem berühmten Admiral Memnon versucht den Krieg nach Griechenland zu ziehen. So steht Alexander vor dem Ende seines Zuges. Doch der plötzliche Tod des Admirals ist ein Glücksfall für den jungen Makedonier. In der Schlacht bei Issos 333 v. Chr erringt Alexander seinen ersten großen Sieg über die Perser. Alexander trifft hier mit einem Heer von 40.000 Soldaten auf das überlegene persische Heer unter der persönlichen Führung von Darius III. Der Sieg öffnet den Weg Alexanders nach Vorderasien. Doch statt weiter nach Persien zu marschieren, unterwirft er die Städte entlang des Mittelmeeres, um der überlegenen persischen Flotte ihre Basen zu entziehen. Während die meisten Handelsstädte Phöniziens sich widerstandslos ergeben, fällt Tyros erst nach siebenmonatiger Belagerung und Gaza leistet bis zum letzten Mann Widerstand. Ein Friedensangebot lehnt Alexander ab und setzt seinen Marsch nach Ägypten fort. Die noch von Issos geschwächte persische Garnison ergibt sich widerstandslos. Hier in Ägypten läßt sich Alexander als Gott verehren. Nach der Eroberung des westlichen Perserreiches wendet sich Alexander dem eigentlichen Kernland Persiens zu. Die persische Armee ist mit indischen Elefanten und schwerbewaffneten Kampfwagen ausgerüstet. Auch gelingt es der persischen Kavallerie, die der Makedonier zu schlagen. Doch wieder sucht Alexander den Darius, und diesen verlässt abermals der Mut und flieht zum zweiten Mal. Nun wendet sich die Gunst gegen die bis dahin überlegenen Perser, und Alexander zieht siegreich in Babylon ein. In Babylon und später in Susa fallen Alexander unvorstellbare Schätze und Reichtümer zu, die er zum Teil nach Griechenland transportieren lässt. Jetzt wendet sich Alexander dem persischen Heimatland zu, wo er zum ersten Mal auf den erbitterten Widerstand der Bevölkerung stösst. Den Weg nach Persien legt er blutübersät zurück, und wird an den persischen Toren von einer persischen Armee unter dem Satrapen Ariobarzanas aufgehalten. Alexander wird hier mehrmals zurück geschlagen und erst durch Verrat kann er die persischen Truppen aus dem Hinterhalt überwältigen. In Persis verbrennt er eigenhändig den Perserpolis, was er später bedauert, und verfolgt weiterhin den Perserkönig Darius III. Als dieser von seinem Vasallen Bessos ermordet wird, bestraft Alexander den Königsmörder und lässt Darius III mit königlichen Ehren begraben. Diese Geste dient vor allem als Zeichen der Versöhnung mit den persischen Aristokraten . Von nun an beauftragt er immer mehr Perser mit der Verwaltung des Reiches, und als neuer Shah von Persien macht er sich an die Eroberung des übrigen Reiches, was sich vor allem im Osten schwierig erweist. Er heiratet in Mawarannahr die persische Prinzessin Roxana, nimmt immer mehr persische Züge an und führt persische Sitten und Hofzeremonien ein. Er entläßt immer mehr Griechen und residiert von nun an in Persien, bis er 323 überraschend in Babylon stirbt. Sein Reich zerfällt nach seinem Tod, aber seine Legende sollte für die nächsten Jahrtausende, sowohl in Asien als auch in Europa, lebendig bleiben.

Die Zwischenjahre, die Seleukiden 312 – 250 v. Chr.

Dem Tod Alexanders folgen blutige Machtkämpfe unter seinen Feldherren (Diadochen Kriege). Nachdem sie den Sohn Alexanders ermordet und sein Haus ausgelöscht haben, verteilen sie das Riesenreich der Perser untereinander. So fällt das Kernland des Reiches zum Herrschaftsgebiet von Seleukos Nikator, der die kurzlebige Dynastie der Seleukiden. Während in den anderen Gebieten des ehemaligen Perserreiches die Griechen als die neuen Herren etabliert werden, müssen sich die Seleukiden mit der Herrschaft über einige Städte und den wichtigsten Handelsstrassen begnügen. In den Städten, die nach griechischem Vorbild organisiert sind, wird die griechische Kultur und Sprache noch lange Zeit nach den Seleukiden gepflegt.
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