Frühzeitliches Europa - Die Kelten 800 bis 54 v. Chr. (Bronze bis Eisenzeit)

Die Kelten (800 - 54 v. Chr.)

Zur Zeit der ersten Hochkulturen und zur Zeit der Griechen wusste man wenig von den Völkern im Norden Europas. In griechischen Aufzeichnungen aus dem 5. Jahrhundert fanden sich Begriffe wie “barbarisches Volk” (d.h. nicht-griechisches Volk) und man nannte die Völker im Norden und Westen Europas die Kelten beziehungsweise Gallier. Das Leben der Kelten und Gallier war sehr schwer. Sie bauten ihre Dörfer zum Schutz auf Bergen. Die Zäune bestanden aus angespitzten Pfählen um das Dorf herum. Ihre Felder und Weiden hatten sie im Tal. Fast die Hälfte ihrer Ernte mussten sie als Saatgut lagern. Die ältesten keltischen Relikte, die archäologisch ausgewertet wurden, fanden sich in Österreich und Süddeutschland und stammten etwa aus dem Jahre 800 v. Christus.

Der Übergang der Bronzezeit in die Eisenzeit kam auf unbekannten Wegen im ersten Jahrtausend v. Chr. aus dem Nahen Osten nach Europa (Europäische Eisenzeit 8. - 5. Jahrhundert v. Chr. mit Zentrum Hallstatt in Oberösterreich). Während des 7. und 6. Jahrhundert dehnte sich die Hallstatt Kultur (Eisenverarbeitung und Handel) in Süddeutschland nach Ostfrankreich (Gallien) aus und entwickelte sich weiter.

Mitte des 5. Jahrhundert v. Chr. entwickelte sich eine neue entwickeltere Keltische Kultur die "La Tène-Kultur" bei Neuenburg in der Schweiz. Hervorragende Metallarbeiten, Eisenwaffen, Ihre mit Rädern versehenden Fahrzeuge fanden sich in ganz Europa verstreut und die zweirädigen Wagen, waren die technisch höchstentwickelten in der alten Welt. In den letzten Jahrhunderten v. Chr. entstanden von Rumänien bis Frankreich keltische Staaten und grosse befestigte Siedlungen, bekannt als Oppida.

Die Kelten waren Wilde Krieger: Um 390v.Chr. plünderten die Gallier Rom, 272 v. Chr. Delphi in Griechenland und anschliessend drangen sie in Kleinasien ein, wo sie unter den Namen Galater bekannt wurden, sowie in den Balkan und nach Norditalien, wo sie zum Untergang der Etrusker beitrugen. Die Kelten kannten keine Schriftkultur doch pflegten die Druiden, ihre Priester und Gesetzgeber, eine mündliche Tradition.

Im 4. Jahrhundert unterschied ein griechischer Geschichtsschreiber, der eine Schiffsreise bis in die Nordsee unternommen hat erstmals zwischen Kelten und Germanen. Der Begriff “Germanen” tauchte um 90 v.Chr. in einer römischen Geschichtsschreibung auf. Von da an hatten die Römer einige Kontakte, meist kriegerischer Art, mit den Germanen. Der Name “Germane” stammt also nicht von den germanischen Völkern selbst, sondern von griechischen und römischen Schriftstellern. Zurück zu den keltischen Staaten, die südlicher lebten als die Germanen und oft auch Barbaren genannt wurden. Die Kelten besassen eigene Münzstätten und unterhielten intensive Handelsbeziehungen mit Rom, das inzwischen zur Grossmacht im Mittelmeer aufgestiegen war. Sie lebten in ständiger Uneinigkeit, so dass die Römer sie trotz ihrer Tapferkeit im Kampf allmählich ihrer Macht unterwarfen konnten.

Von 58 bis 52 v. Chr. führte Julius Cäser die Römer 300 Jahre nach der Zerstörung Roms durch den Kelten in die Schlacht. Seine Erlebnisse kann man in seinem Buch "Bellum Gallicum" oder auf Deutsch: "Der Gallische Krieg" nachlesen. In der letzten Schlacht bei Alesia konnte er dann die Gallier (welche in Ostfrankreich leben) unter der Führung des Vercingetorix nach langer Belagerung schließlich besiegen. Mit der Niederlage der Gallier 52 v. Chr. erstarkte Rom und sollte zu einer Weltmacht anwachsen, die später den gesamten Mittelmeerraum beherrschte.

Nur in Irland und Schottland blieb eine eigenständige keltische Kultur erhalten. Das weitere Schicksal, voralem über die Germanen sowie weitere Völker die später kamen wie die Ost- und Westgoten, die Vandalen, Jüten, Angeln und Sachsen sowie Burgunder, Alemannen und Franken finden Sie in der Geschichte der Germanen beziehungsweise in der Völkerwanderung.

 

 
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