Levante, Vorderer Orient - Phönizier, Palästina-Israel 1200 - ca. 200 v. Chr.

Vorgeschichte Syriens, Palästinas, Israels in der Levante

1650 v. Chr. war die Geschichte Syrien, Palästina, Israels und Levante (der Küstenregion von Ägypten bis Anatolien) eng mit den benachbarten mächtigen Reiche (Mesopotamien d.h. Babylon, Assyrien & Mitanni im Osten und Ägypten im Süden sowie Hethiter im Norden) verknüpft. Die Kanaaniter, die in der Levante und Palästina lebten und wahrscheinlich von früher eingewanderten Amoritern (Babylon) abstammten, kamen durch ihren Handel unter den Einfluss der ägyptischen Kultur. Weiter im Norden wurden die Amoriter durch die mesopotamische und churritische Kultur geprägt, mit der sie der Ost-West-Handel zwischen dem Fluss Euphrat (Irak) und dem Mittelmeer in Berührung brachte. In Syrien entstand Ebla 2500 v. Chr., eine Handelsstadt, gegründet von einem westsemitischen Volk das älter war als die Amoriter. Durch den Zerfall des Mitanni Reiches, ein nichtsemitsches Volk (Ostanatolien), abstammend von den Churritern und des Königreiches Jamchad (Aleppo) und der Untergang des Hethiterreich 1200 v. Chr. ebnete die Vormacht der Hebräer (eingewanderte Nomaden) in dieser Region. Die Grossmächte Mesopotamien und Ägypten waren zu dieser Zeit auch geschwächt! Die Philister, ein Seevolk, dass die Ägypter angegriffen hatten und nach Gaza verdrängt wurden siedelten sich 1186 v. Chr. in dieser Gegend an.

Die Phönizier ca. 1200 -814 (Libanon) ab 814 bis ca. 300 v. Chr. in Afrika / Karthago (Tunesien)

Bis zum Ende der Bronzezeit ca. 1200 v. Chr. wurde das Mittelmeer von den Mykenern (siehe Frühzeit Griechenland) vom griechischem Festland beherrscht. Nach deren Untergang haben die Phönizier die Vormacht und den Handel auf dem Mittelmeer übernommen. Die Phönizier waren ein semitisches Volk, das sich Kanaaniter nannte, obgleich sich ihre Städte in der Levante, auf dem engen Küstenstreifen des heutigen Libanon drängten. Zwischen 1200 und 814 waren die Phönizier eine Weltmacht.

Sie gehörten zu den besten Kaufleuten, Seefahrern und Handwerkern der Region und betrieben schon ca. 2600 v. Chr. Handel mit Zedernholz für Ägypten. Sie betrieben im ganzen Mittelmeerraum Handel und selbst König David ca. 1000 v. Chr. rief dieses Volk als Baumeister für den Tempelbau in Jerusalem. Die Phönizische Städte waren unabhängige Staaten, allerdings schlossen sie immer wieder Bündnisse untereinander. Sie gründeten viele Kolonien für ihren Zwischenhandel wie auf Zypern, Malta und Karthago 814 v.Chr. in Afrika wobei diese Stadt so wuchs, dass sie Tyrus das Zentrum der Phönizier in Schatten stellte.

Die Stadt Karthago war in mit Rom Alexandria und Athen eine der vier wichtigesten Städte in der Antike. An der Küste Nordafrikas lag einst das sagenumwobene Karthago - Stadt der Händler und Kaufleute und Heimathafen eines der bedeutendsten Seefahrervölker der Geschichte. Die Phönizier, Urväter der Karthager waren vor mehr als 2300 Jahren mit ihren Schiffen aus dem Osten gekommen und hatten nach und nach die nordafrikanische Küste besiedelt. Sie umsegelten Afrika und sollen sogar bis nach Amerika gelangt sein. Die punische Stadt ging durch die Grösse und Pracht in die Geschichte ein und kontrollierte den Mittelmeerraum bis ins 2. Jahrhundert v. Chr. als die Römer Karthago in mehreren Kriegen (Punische Kriege) eroberten.

Doch das bedeutendste Erbe für die Westliche Zivilisation was sie für die Nachwelt hinterliessen, war ihre alphabetische Schrift um etwas 1000 v. Christus. Diese ging unverändert in die Griechische Form über mit Ausnahme der Vokale, diese fügten sie ein, denn das kanaanitische System kannte nur Konsonanten. Danach gelang die Schrift über die Römer ins Lateinische und so bildete sie die Grundlage der modernen Schriften westlicher Zivilisationen.


Die Hebräer und Ihr Glaube (Isreal & Palästina) 2000 v. Chr. bis 135 n. Chr.

Vorgeschichte & König David (2000-932 v.Chr.). Im nahen Osten entstand ab 900 v. Chr. eines der bedeutendsten religiösen Werke: das Alte Testament. Seine Schriften geben Aufschluss über die Geschichte der Hebräer. Diese verehrten im Unterschied zu anderen Völkern in Jahwe nur einen einzigen Gott (Monotheismus). Da sie mit ihm einen ewigen Bund geschlossen hatten, sahen sie sich als sein auserwähltes Volk. Als Nomaden wanderten die hebräischen (Israels) Stämme (2000-1250 v.Chr.) aus dem Zweistromland Mesopotamien und Ostjordanland nach Kanaan ins heutige Palästina / Israel ein und wurden dort sesshaft.

Anders als im Alten Testament geschildert, war es nicht ein Volk Israel das etwa um 1250 auf Gottes Geheiss unter der Führung des Moses aus Ägypten (Pharao Ramses II) nach Norden zog. Vielmehr siedelten sich hebräische Stämme -ursprünglich Nomaden aus dem südlichen Mesopotamien und nur eines dieser Völkerschaften scheint die Schar des Moses gewesen zu sein. Ein paar Jahrhunderte zuvor hatte es sie wahrscheinlich auf der Suche nach Weideplätzen ins Nil-Delta zu den Ägypter verschlagen. In Wahrheit haben die Ägypter und der Pharao den Zug dieser Moses-Schar nach Osten wohl bei weitem nicht als so dramatisch empfunden wie im Alten Testament dargestellt. Es gibt nicht einen einzigen Hieroglyphentext! Die herausragende Bedeutung dieses versprengten Haufens hatte einen ganz andern Grund: Er brachte den Glauben an einen einzigen Gott, an Jahwe, nach Palästina.

Es bildeten sich zwölf Stämme, die gemeinsame gegen die Philister kämpften, die von Norden über See eingewandert waren. David um 1000-965 konnte schliesslich die Hebräer zu einem Reich mit Jerusalem als Hauptstadt vereinen. Der Herr Jahwe schenkte David den Sieg im Zweikampf mit dem Riesen Goliath vom Volk der Philister. Dies schuf die Grundlage für Davids Aufstieg zum König und für den Mythos. Aber nicht immer, war der Herr auf seiner Seite. Im bunten Völkergemisch im Land Kanaan arrangierten Sie sich in friedlicher Koexistenz aber nicht immer Kriegsfrei, wie die Berichte in der Bibel zeigen. König David nahm die Gesetze des Herrn nicht immer ernst wie im Fall der Hethiter Generals Urias. Als der General im Dienste Davids gegen die Ammoniter kämpfte, bemühte sich David um die Frau des Generals. Er forderte den Oberbefehlshaber der Israelischen Heeres auf, Urias dort aufzustellen, wo der Kampf am härtesten ist und zieht euch zurück. Seinem Sohn Salomon 965-932 gelang es, die Herrschaft noch auszubauen. Nach 932 zerfiel das Reich in die beiden Teilreiche Israel und Juda. Mit den Königen David und Salomon entstand um das Jahr 1000 die Art von judischem Reich, auf die das heutige Israel sich beruft - ein glänzenden, unabhängiger Staat, fast eine Grossmacht im Nahen Osten.

Israel & Juda (932-63 v.Chr.). Der neue König, Salomos Sohn Rehabeam, hatte seinen Herrschaftstil mit den Worten angekündigt: "Mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtigt. Ich aber will euch mit Skorpionen züchtigen". Deshalb riefen die Bewohner der Nordprovinzen lieber ihr eigenes Reich aus, nannten es "Israel", machten später Samaria zur Hauptstadt. Das verbleibende Südreich hiess von nun an "Königreich Juda". In den nächsten 200 Jahren bekriegten sich die beiden Staaten heftig und durch diesen Bruderkrieg versanken beide Staaten in die Bedeutungslosigkeit. Sie gerieten ab dem 8 Jh. immer wieder unter Fremdherrschaft wie die Assyrer. Die Assyrer pfählten, häuteten oder verstümmelten ihre besiegten Gegner systematisch. Dies hielt viele Völker ab, sich gegen die Assyrer überhaupt zur Wehr zu setzen. So konnten die assyrischen Könige im Vorderasien im 8 Jahrhundert ein Grossreich errichten. Das Nordreich "Israel" wehrte sich gegen die Assyrer, aber wurden besetzt, verschleppt und mit anderen Völkerschaften vermischt. Sie wurden die Samariter des Neuen Testaments und hörte so auf zu existieren. Das Südreich "Juda" reagierte klüger und zahlte den assyrischen Eroberern hohe Tribute. So durften diese als Vasallenkönige weiter regieren bis zum Jahre 587. In diesem Jahr nahmen die Babylonier (Herrscher Nebukadnezar) die Hauptstadt von Juda Jerusalem ein und zerstörrten die Stadt samt Tempel. Der letzte König wurde gefoltert und musste zusehen wie seine Kinder durch die Babylonier auf grausame Weise umgebracht wurden. Mit dem König ging ein grosser Teil des Volkes von Juda in die Babylonische Gefangenschaft (587). Palästina verkam zu einem Spielball einander ablösender Eroberer. Babylonier, Perser , Makedonier, Ptolemäer (Ägypter), Seleukiden und Römer.

Während der Perser Zeit konnte der jüdische Stadthalter Esra (515v.Chr.) den Tempel wieder errichten und dies änderte sich nach der Niederlage der Perser durch Alexander dem Grossen von Makkedonien. Die Freizügigkeit des Hellenismus (siehe Griechenland/Hellenismus) fanden viele Juden aus der Oberschicht gefallen während die Orthodoxen dies kräftig bekämpften. In dieser Zeit, wollten einige Abtrünnige die Sonderstellung Israels als auserwähltes Volk Gottes aufgeben mit der Begründung und mit den Worten: "Lasst uns Brüderschaft mit den Völkern rings um uns schliessen, denn nur, weil wir uns von jenen abgesondert haben, ist uns so viel Unheil zugestossen". Im Jahre 166 v. Chr. wurden die griechischen Götter gar zur Reichsreligion unter Antiochos IV und deshalb gab es ein Feldzug religiöser Israelischen Fundamentalisten der knapp 100 Jahre einen eigenständigen Staat schenkte. Doch bald schwächte der Streit untereinander die Königskinder und im Jahr 63 sahen sie sich gezwungen einen Vermittler anzurufen - die Römer unter dem Römischen Feldherr Pompeius, der das Volk mit der Hauptstadt Jerusalem in das Römische Imperium eingliederte.


64-135 n.Chr. - das Königreich "Judäa" im Norden liessen sie jedoch weiter bestehen. Wer immer dort herrscht, durfte jedoch keine wichtige Entscheidung ohne Zustimmung der neuen Herrscher treffen. Die nahmen auf die religiösen Gefühle der neuen Untertanen wenig Rücksicht, wie die Figur des Herodes zeigt, des bekanntesten unter den Königen von Roms Gnaden. Herodes war kein Jude, sondern Angehöriger des arabischen Wüstenvolkes Idumäer, die kurz zuvor den jüdischen Glauben übernommen hatten. Er liebte die Römischen Traditionen - Wagenrennen und Gladiatorenkämpfe - Dinge, die rechtsgläubigen Juden verabscheuten. Er liess im Lauf seiner 33-jährigen Regierungszeit unter anderen seine Frau Mariamne und drei seiner eigenen Söhne hinrichten. Der angebliche Kindermord von Bethlehem, den die Bibel Herodes zu Unrecht in die Schuhe schiebt, ist Gräuelpropaganda.

Nach dem Tod Herodes im Jahre 4 v.Chr. wurde die Lage für die Rechtsgläubigen noch schlimmer. Die Römer wandelten nun auch einen grossen Teil Judäas, die um Jerusalem liegenden Gebiete, in eine ihnen den Römer direkt unterstellte Provinz unter dem Römischen Statthalter Pontius Pilatus. Viele Jahre später (66 n.Chr.) gelang den Jüdischen Nationalisten ("Zeloten" wurden sie gennant) einen Sieg über einen unfähigen Römischen General.

Im Jahre 70 n.Chr. stand Titus vor den Mauern Jerusalem, liess die Bevölkerung hungern und liess jeder der aus den Stadtmauern fliehen wollten hinrichten - gekreuzigt oder aufgeschlitzt! Nach dem Vorstoss der Römer bis zum Tempel und versehentlichen Anzündung des Tempels, konnten Sie gerade noch den Tempelschatz bergen (siebenarmigen Leuchter aus Gold). Viele flüchteten nach Masada und verschanzten sich hinter dicken Mauern auf dem 450 Meter hohem Felsen. Nach 3. Jahren Belagerung eroberten die Römer über eine künstlich aufgeschüttete Rampe die Bergfestung "Masada" (70 n. Chr.) das bis heute als Symbol des jüdischen Wiederstandes gilt. Dort fanden Sie jedoch nur Tote, die Juden machten Selbstmord um nicht in die Hände der Römer zu gelangen.

Im Jahre 132 bis 135 gelang es Bar Kochbar einem fundamentalistischer jüdischer Anführer die Stadt kurz in seine Hand zu bringen. Nach der Ausräucherung und Vernichtung Bar Kochbar und seinem Gefolge, wurde Jerusalem als römische Kolonie Aelia Capitolina neu gegründet und von Nichtjuden besiedelt. Die Provinz Judäa erhielt einen neuen Namen: Syria Palaestina. Die meisten jüdischen Bewohner wanderten aus - die Diaspora (Emigranten) in Vorderasien, Nordafrika und Europa wurden immer grösser. Die Heilige Schrift bewahrte indes den Zusammenhalt der Hebräer. Ihr Glaube und die Gesetzte ihrer Propheten beeinflussten später das Judentum, das Christentum und den Islam.
Artikel 6253 Mal angezeigt.