Mesopotamien (Naher Osten) 2000 bis 562 v. Chr.

Einleitung Geschichte Mesopotamiens

Das Reich Mesopotamien war ein Staatengebilde. In den ersten 1000 Jahren (3000 bis 2000 Jahre v. Chr.) von den Sumer und Akkader beherrscht, später ab 1900 v. Chr. ist Mesopotamien durch die Babylonier weiter zur Hauptmacht und zur Blüte im vorderen Orient aufgestiegen. Während die Assyrer im Norden in der ersten Zeit nicht auf das Geschehen einwirkte, änderte sich das kurz um 1800 v. Chr. und stiegen entgültig 1300 v. Chr. zur dominierenden Macht in Mesopotamien auf, während die Hethiter aus Anatolien (Türkei), die den Untergang des alten Babyloniens bewirkten geschwächt waren. Erst um 600 v. Chr. konnten die Babylonier die Vorherrschaft zurückgewinnen, da das Assyrische Reich immer mehr zerfiel. Die Perser aus der Region Iran/ Afghanistan stellte die letzte Macht in Mesopotamien, diese zerfiel durch die Römer im Jahre 332 v. Christus. Mesopotamien, die erste Hochkultur auf unserem Planeten war von ca. 3000 bis 332 die kulturelle Hochburg, neben den Ägypter und den kleineren, kurzlebenden Reichen wie die Hethiter 1900 bis 1500 und 1775 bis 1335 v.Chr., Phönizier, Hebräer mit König David und Salomon ca. 1000 v. Chr. sowie die Grossreiche Indien ca. 2500 v.Chr. und China ab ca. 1500 v. Christus. Aus Mesopotamien stammen die ersten Schriften, Gesetzestexte, Astronomie, die ersten grossen Bauwerke unserer Zeitrechnung sowie viele andere Sachen aus dem täglichen leben.

Weitere Reiche im vorderen Orient waren die Perser bei Iran, Hethiter in Anatolien, Armenier im Nordosten von Assyrien, die Kanaaniter und die Hebräer in Palästina.

Sumer & Akkad (3000-2000 v.Chr.)

Mesopotamien und der nahe Osten war ein sehr fruchtbares Land, die Herkunft der Sumerer die ersten Bewohner in diesem Gebiet ist noch ungewiss. Dieses rivalisierende Volk gründeten Städte wie Ur, Uruk, Lagasch, Babylon die unabhängig voneinander waren 3200-2800 v. Christus. Mesilim von Kirsch erringt die Oberherrschaft der Städte der Sumerer und begründet die Dynastie der Könige von Kirsch, die als "erste Dynastie nach der Sintflut" gilt. Der erste seriöse Versuch einer Staatenbildung und eines Grossreiches in Mesopotamien (Iran, Irak) und die Eroberung der Sumerer erfolgte durch Sargon von Akkad (2371 - 2316 v. Chr.), Gründer des Akkadischen Reiches. Seine Geburt gleicht der Gerichte über die Geburt von Heroen - bis zu Mose. Die Mutter Sargons legte das Kind in einen Korb und setzte dieses auf den Fluten des Euphrat aus. Er wurde von einem Schäfer gerettet und aufgezogen, später wurde er Mundschank des Königs von Kirsch, den er später stürzte. Er und seine Nachfolger sprachen eine semitische Sprache, heute als Akkadische bezeichnet. Die sumerische Keilschrift wurde der nunmehr semitischen Amtssprache angepasst, religiöse Riten geschaffen und ein Nachrichtenwesen organisiert. Durch die Verschmelzung und Ihren Fähigkeiten der beiden Völker (Sumer & Akkad) schufen Sie nachweislich die erste Hochkultur der Menschheit. Das Expansionsstreben Sargons und seiner Nachfolger lässt sich wohl hauptsächlich mit wirtschaftlichen Gesichtspunkten erklären: Mesopotamien fehlt es an Rohstoffen wie Holz und Metall, die aus anderen Gebieten, z.B. Libanon importiert werden müssen. Die Struktur der eroberten Völker blieb bestehen, nur die oberste Verwaltung wurde von Mitgliedern der Königsfamilie oder anderen hochgestellten Bürgern von Akkad ausgeübt. Daneben sorgt eine straffe Militärorganisation für die reibungslose Abwicklung des Handels und der Tributzahlungen. Das Akkadische Reich insgesamt wird zentralistisch vom König selbst regiert. Das kriegerische, tüchtiger Reich Sargons und das seiner Nachkommen zerbrach an inneren Spannungen sowie die Einfälle der Bergbewohner aus dem Zagros Gebirge im Osten 2'000 v.Christus. Die sumerer und die semitischen Könige des akkadischen Reiches und deren Priester waren nicht nur die Erfinder der Keilschrift, die Astronomie gehört zu den dauerhaftesten Leistungen, die Sie hervorbrachten. Sie teilten das Jahr bereits in 12 Monate, den Tag in 24 Stunden und die Stunde in 60 Minuten ein.

Den Sumerer und Akkader folgten die Amoriter, Churriter und andere Völker. Im Westen von Mesopotamien (Syrien, Libanon, Israel, Jordanien) kamen die Kanaaniter (Phönizier) Palästinas bis ins 1. Jahrtausend v. Chr. von den Philistern, Israeliten und Aramäern verdrängt wurden. Sie alle wurden Träger einer Gesamtkultur, die einen Zeitraum von über 3'000 Jahren umspannte.



Babylonien und Assyrien (1900 bis 550 v.Chr.)


Altbabylonischer Reich 1830 bis ca. 1530 v.Chr.

In der Folgezeit entwickelten sich aus den Mesopotamischen Stadtstaaten zwei neue Grossreiche: Babylonien im Süden und Assyrien im Norden, die in den nächsten eineinhalb Jahrtausende weit über das Zweistromland hinausgriffen. Babylon, 1830, wird Machtzentrum. Der Amoriter Samuabum gründete in dem bisher unbedeutenden Babylon eine eigene Dynastie (Altbabylonisches Reich). Bedeutenster Herrscher dieser Dynastie um 1700 v.Chr. war König Hammurabi von Babylon (1728-1686 v. Christus.) Ihm gelang es die anderen Mächte in Assur, Eschnunna, Larsi und Mari zu besiegen und ein einheitliches Grossreich zu errichten. Sein Reich erstreckte sich vom persischen Golf bis zur Türkei und vom Sagrosgebirge im Osten bis nach Chabur in Syrien. Das Babylonische verdrängte das Altakkadische und Sumerische als Amtssprachen und der babylonische Stadtgott Marduk wurde über die Vielzahl der sumerischen und addadischen Götter zum Reichsgott erhoben. Hammurabi betrieb diplomatische Beziehungen und Handelsverbindungen zu anderen Städten und Herrscher in Mesopotamien und weiter. In der Geschichte wurde er besonders wegen seines Gesetzbuches "Kodex Hammurapi" (im Louvre) und Rechtsystems bekannt. Unter seiner Herrschaft nehmen Astronomie, Medizin und Mathematik einen grossen Aufschwung, er kümmerte sich um die Verteilung von Land, die Rekrutierung von Soldaten und die Bestrafung korrupter Beamter. Babylon wurde etwa 1530 von den Hethiter (Fall der Amoriterdynastie in Babylonien und der Herrschaft der Kassiten führt) und 1230 von den Assyrern erobert und löste unter deren Führung um 1220 v.Chr. die Hethiter ab. Zwischenzeitlich übernahm das iranische Bergvolk der Kassiten die Macht.


Neubabylonische Zeit 605-562 v.Chr.

Erst später und nur kurz konnte Babylon seine Vormachtstellung gegen die Assyrer im Jahre 605-562 v.Chr. unter König Nebukadnezar II zurückgewinnen (Neubabylon oder Chaldäer). Er besiegte die Ägypter, eroberte Syrien und Palästina, zerstörte 596 Jerusalem und führte die Juden in die babylonische Gefangenschaft. Dass dieses Babel durch die biblische Geschichtsschreibung zum Inbegriff der sündigen Stadt, zur \\\"gossen Hurre\\\" wurde, liegt am Schicksal der Juden. Der jüdische König Zedekia hatte gegen den Rat des Propheten Jeremia durch ein Bündnis mit den Ägypter Schutz vor Nebukadnezar gesucht, daraufhin erobert dieser Jerusalem, plünderte die Tempelschätze und deportierte die vornehmen Juden in die Babylonische Gefangenschaft. Er schuf wunderschöne Bauwerke (Paläste, die Hängenden Gärten für seine Frau, den Turm zu Babel usw) und führte so Babylon nochmals zur Welthauptstadt - eine Festung, die als uneinnehmbar galt mit ihrem doppelten Ring von gewaltigen Mauern (je 8m dick), mit dem farbenprächtigem, weithin sichtbaren 91m hohen Stufentempel, dem \\\"Turm zu Babel\\\", zu Ehren des Gottes Marduk. Babylon war die grösste Stadt im Altertum mit 2 Millionen Einwohner (Rom nur anderhalb Millionen). Schon zwanzig Jahre nach Nebukadnezars Tod fiel das vermeintlich uneinnehmbare Babylon durch Verrat unter die Herrschaft der Perser 539. Die Mardukpriester öffneten dem persischen Belagerer Kyros die Tore, wei Nabonid, der letzte König von Babylon, seinen Lieblingsgott Sin (den Mond) über Marduk gestellt hatte.

Im 1. Mose 11, 8-9 steht geschrieben "Also zerstreute sie der Herr von dort in alle Länder, dass sie mussten aufhören, die Stadt zu bauen. Daher heisst ihr Name Babel, dass der Herr daselbst verwirrt hatte aller Länder Sprache....".



Vorgeschichte der Assyrer (3000-1900 v.Chr.)

Um 3000 v.Chr. hatten sich am Oberlauf des Tigris die Assyrer niedergelassen, ein Kriegervolk. Im ersten Jahrtausend seiner Geschichte wurde Assyrien, das an den bedeutenden Handelsrouten nach Anatolien lag, von Sumerer und Akkader beherrscht.


Das Altassyrische Reich (1813-1781 v.Chr.)

Aber mit der Thronbesteigung des Amoriten Königs Shamshi-Adad I (1813-1781 v.Chr.), der das Königreich Mari am mittleren Euphrat annektierte und einen mächtigen Staat gründete im nördlichen Mesopotamien, das vom Zagrosgebirge im Osten bis zum anatolischen Hochland im Westen erstreckte. Erst nach dem Untergang von Babylon 1530 v.Chr. konnten die Assyrer die Vormachtstellung in Mesopotamien einnehmen. Die Vorherr- schaft Assyriens war von kurzer Dauer. Nach dem Tod von Shamshi-Adad I trat Babylon unter Hammurabi (1792-1750 v.Chr.) in diese Rolle ein. Um 1900 entwickelte sich ein neues Machtzentrum weiter im Norden, in Anatolien, wo die Hethiter ein Königreich mit der Hauptstadt Kassura und später Hattusa errichteten. Nach 1650 v. Chr. expandierten sie nach Süden und plünderten 1531 Babylon. Als das alte hethitische Reich um 1200 v. Chr. zusammengebrochen war und der Niedergang Ägyptens begonnen hatte, füllte Assyrien das so entstandene politische Vakum. Um 1500 v.Chr. wurde das alte Hethiterreich von dem expandierenden Mitanni-Reich der Churriter, die ursprünglich zwischen Tigris und Euphrat siedelten, wegen inneren Unruhen und Thronwirren erobert.


Mittelassyrische Reich, neue Macht im Vorderen Orient
(1318-1050 v.Chr.)


Inzwischen konnte Assyrien im Norden von Mesopotamien, am Oberlauf des Tigris, sein Herrschaftsgebiet erweitern, weil das dort von Churritern von 1500 gegründete mächtige Mitannireich um 1350 von den Hethitern zerschlagen worden war. So entstand von 1318 bis 1015 v.Chr. das sog. mittelassyrische Reich, die erste Militärmacht Vorderasiens. Feldzüge bis zum Vansee in Armenien und zum Mittelmeer, gegen die Aramäer, gegen Babylon, dessen Gott Marduk nach Assur gebracht wurde, und Verbindungen zu Ägypten dienten der Erweiterung des Herrschaftsgebietes. Günstig für die kontinuirliche Expansion Assyrien, wirkte sich der Untergang des mit Assyrien rivalisierenden Hethiterreiches aus, das von Zentralanatolien aus seit 1600 seine Grenzen ständig vorgeschoben hatte. Die Erfolge der Assyrer beruhen auf ihrer militärischen Überlegenheit (Streitwagen, Belagerungsmaschinen). Sie waren das erste Volk, das Reiterverbände einsetzte. Gegen ihre Feinde gingen die Assyrer oft sehr grausam vor. Sie wurde umgebracht, versklavt, oder umgesiedelt. Auf diese Weise entvölkerten Sie ganze Landstriche. Ferner forderten sie von den Unterworfenen hohe Tributzahlungen, die sie vor allem für den Ausbau von Königspalästen verwendeten. Die Könige des wachsenden Reiches lassen glanzvolle Paläste mit grossen Wandreliefs errichten. Da das Heer auf dem Höhepunkt des Reiches einige hunderttausend Mann umfasste, stand ein grosser Teil nicht mehr im Dienste von Städten und Tempeln, sondern im Staatsdienst und kümmerte sich um die Ausrüstung der Soldaten und die Pflege der Pferde. Die Assyrischen Könige verstehen sich als Statthalter ihres Gottes Assur oder Enlil. Sie fühlten sich dazu verpflichtet, für die Weltherrschaft ihres Gottes Assur zu kämpfen, ihre ständige Kriegszüge erhalten somit eine religiöse Rechtfertigung.


Neuassyien (932-612 v.Chr.)

Nach der Teilung des Hebräer-Reiches 932 wuchs der Aufstieg des neuassyrischen Reiches mit den Zentren Kalach und Ninive (beide am Oberlauf des Tigris) eine neue Macht im vorderasiatischen Traum, die in schweren Kämpfen den Herrschaftsbereich Altsyrischen neu begründete und zahlreiche Staaten, so auch Israel, Juda und Babylonien, zu Vasallen degradierte. Der assyrische König Assurnasirpal II führt seit 884 das Assyrerreich zur Weltmacht. Er schliesst die von seinem Vorgänger erworbenen Gebiete noch stärker an das Reich an, wobei er militärische grausame Härte (die Gegner wurden geköpft, eingemauert, gehängt oder gepfählt) und rücksichtslose Kriegsführung mit einem weitgespannten politischen Überblick verbindet. Gelegentlich wird auch zum Mittel der Massendeportationen gegriffen, um den Widerstand der besiegten Völker zu brechen. Neben politischen Gründen sind vor allem wirtschaftliche Erwägungen für viele Feldzüge ausschlaggebend. Die kontrollierten Gebiete beliefern das Kernland mit Gold, Silber, Rohstoffe und Fertigwaren, Rindern und Pferden und vor allem Kriegsgefangenen als billigen Arbeitskräften. Mit diesen Sklaven vollendete er grosse Bauvorhaben wie Kanäle und Paläste. Sein Sohn setzte diese Politik fort und wurde 851 in Babylon als König anerkannt. Nach dem Tod Königs Samsi-Adad V 811 übernahm die Ehefrau die Regentschaft für den unmündigen Sohn. Ihr werden viele Legenden nachgesagt, wie die Tochter eines Gottes, den Mordversuch auf Ihren Sohn. Nach einer Militärrevolte bestieg König Tiglatpileser III 745 v. Chr. den assyrischen Thron. 734 erobert er die für den Arabienhandel wichtige Stadt Damaskus und macht die Samäer im Jemen tributpflichtig und 729 lässt er sich zum König von Babylon krönen. König Sargon II 722-705 setzt die kriegerische Annexionspolitik fort: erobert Israel und schlägt Ägypten 720 v. Christus. 689 wird Babylon zerstört und erreicht den Höhepunkt seiner Macht. Diese erobern fast ganz Ägypten bis hin zu Theben und vertreiben den Pharao. Wie zuvor zeichnet die Assyrische Herrschaft durch Terror und Zerstörung aus. Die Kosten für die ständigen Kriege und die gewaltige Ausdehnung des Reiches, dem ein innerer Zusammenhalt fehlt, bewirken eine allmähliche Schwächung des assyrischen Staates. Nach einem blutigen Bruderkrieg, und nach der Eroberung und Zerstörung von Elam 639 (vor 3000 Jahren in Südwest Iran gegründet) stirbt König Assurbanipal 629. Er gründete die bedeutendste Bibliothek des Alten Orients mit ca. 5000 Keilschriftentafeln und nach ihm zerfiel das assyrische Reich 614-608. Diese letzten mesopotamischen Reiche zerfielen, als Griechen und Römer den Vorderen Orient eroberten.


Zusammenfassung von der Geschichte Mesopotamiens

Das Reich Mesopotamien war ein Staatengebilde. In den ersten 1000 Jahren (3000 bis 2000 Jahre v. Chr.) von den Sumer und Akkader beherrscht, später ab 1900 v. Chr. ist Mesopotamien durch die Babylonier weiter zur Hauptmacht und zur Blüte im vorderen Orient aufgestiegen. Während die Assyrer im Norden in der ersten Zeit nicht auf das Geschehen einwirkte, änderte sich das kurz um 1800 v. Chr. und stiegen entgültig 1300 v. Chr. zur dominierenden Macht in Mesopotamien auf, während die Hethiter aus Anatolien (Türkei), die den Untergang des alten Babyloniens bewirkten geschwächt waren. Erst um 600 v. Chr. konnten die Babylonier die Vorherrschaft zurückgewinnen, da das Assyrische Reich immer mehr zerfiel. Die Perser aus der Region Iran/ Afghanistan stellte die letzte Macht in Mesopotamien, diese zerfiel durch die Römer im Jahre 332 v. Christus. Mesopotamien, die erste Hochkultur auf unserem Planeten war von ca. 3000 bis 332 die kulturelle Hochburg, neben den Ägypter und den kleineren, kurzlebenden Reichen wie die Hethiter 1900 bis 1500 und 1775 bis 1335 v.Chr., Phönizier, Hebräer mit König David und Salomon ca. 1000 v. Chr. sowie die Grossreiche Indien ca. 2500 v.Chr. und China ab ca. 1500 v. Christus. Aus Mesopotamien stammen die ersten Schriften, Gesetzestexte, Astronomie, die ersten grossen Bauwerke unserer Zeitrechnung sowie viele andere Sachen aus dem täglichen leben.

Weitere Reiche im vorderen Orient waren die Perser bei Iran, Hethiter in Anatolien, Armenier im Nordosten von Assyrien, die Kanaaniter und die Hebräer in Palästina.

 

 
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