Die Evolution & Vorgeschichte

Vor etwa siebzig Jahren entdeckte der amerikanische Astronom Edwin Hubble, dass sich das Universum ausdehnt. Vor ca. 4,6 Milliarden Jahren bildeten die Überreste von mehreren Supernova eine sich drehende Scheibe, deren Nabel so dicht war, dass ein atomarer Schmelzofen von ungeheurer Kraft entstand: die Sonne. Materiebrocken vereinigten sich zu Planetenkernen, die sich in Kreisbahnen um den glühenden Stern bewegten. Die Entfernung der jungen Erde (4,5 Mia. Jahre alt) zur Sonne gab dem Leben eine Chance: Die Umlaufbahn führte den Planeten gerade so dicht an der Sonne vorbei, dass Wasser weder völlig verdampfen noch zu ewigen Eis gefrieren sollte. Erstes Leben war nach Meinung der Forscher allerdings erst vor rund 3,8 bis 4 Milliarden Jahren möglich. Davor war die Erde von einem Meer glutflüssigen Magmas bedeckt und das Meerwasser hatte eine Temperatur von ca. 150 Grad Celsius. Meteoriten hagelten immer wieder auf ihre Oberfläche nieder. Erst allmählich kühlte sich der junge Planet ab: Wasserdampf stieg in riesigen Mengen auf, kondensierte und fiel in sintflutartigen Regenfällen wieder herab. die Atmosphäre über den Meeren war gesättigt mir Kohlendioxid, und dichten Wolken verhüllten den Erdhimmel, so dass kaum ein Sonnstrahl hindurch drang.

Es gibt mehrere Theorien wie das Leben entstand: Die meisten Naturforscher folgten mehr oder weniger den Überlegungen von Charles Darwin (1809-1882), der davon ausging, dass sich chemische Elemente unter der Einwirkung von Wärme, Licht und elektrischer Energie zu organischen Verbindungen zusammengelagert hatten. Diese Theorie untermauerte Stanley L. Miller 1953 in einem einfachen Versuch im Labor, mit der Theorie von Prof. Clayton Urey, das die Ursuppe der Atmosphäre völlig anders war als die heutige und somit aus dieser Zusammensetzung aus Gasen wie Methan, Ammoniak und Wasserstoff bestand. Daraus enstanden Aminosäuren, woraus leben entsteht.

Eine weitere Theorie und Gegner der Ursuppentheorie, dass das Leben aus dem All auf die Erde gekommen ist. Im Herbst 1969 stürzten Trümmer eines Meteoriten auf die Erde in Australien und Forscher fanden heraus, das Aminosäuren und andere wichtige Bausteine des Lebens vorhanden waren. Einen ganz neuen Ansatz lieferte Günter Wächtershäuser aus München. Er ist davon überzeugt, dass das Leben nicht einfach freischwimmend im Urozean entstanden sein kann, weil die Bausteine des Lebens viel zu selten waren. Vielmehr glaubt er, das Leben habe sozusagen als Belag auf einer bestimmten Oberfläche begonnen. Die Trägersubstanz habe zum Beispiel durch ihre elektrische Ladung verschiedene Bausteine des Lebens angezogen und so auf kleinstem Raum versammelt. In diesem Umfeld könnten Reaktionen, die schliesslich zu primitiven Zellen führten, mit viel grösseren Wahrscheinlichkeit ablaufen (Biofilm These). Als möglichen Träger des Lebensfilms sieht er ein Mineral den Pyrit, auch Katzen- oder Narrengold genannt an. Eine weit verbreite Theorie besagt, dass der Mond über den Urozeanen an der Entstehung des Lebens beteiligt gewesen war. Der Trabant war vor 4 Mia. Jahren der Erde viel näher als heute und seine ungeheure Anziehungskraft türmte die Meere zu gigantischen Wellenbergen und -tälern. Er hob die Gezeiten zehn Meter über den Stand, der heute als normal gilt. Möglicherweise entstanden so Gezeitentümpel, in denen sich Materie konzentrierte.

Für einen Überblick über die Zeiträume der Entwicklung der Erde und aller Lebewesen dient die sogenannte geologische Zeitskala anhand Gesteine mit den enthaltenen Fossilien. Erstes Leben entstand zuerst mit den Schalententiere und später mit den Fischen, etwa vor 500 Millionen Jahren in der Kambrium Zeit. Die Landpflanzen und Insekten vor 400 Mio. danach die Reptilien vor ca. 300 Mio. (Devon Zeitrechnung) und starben zum Ende des Perm vor 245 Jahren aus. Die Dinosaurier entstanden vor ca. 210 Mio. Jahren (ende des Trias und Begin der Jura Zeitrechnung) wie die ersten Säugetiere, die ersten Vögel ca. 150 Mio. und die ersten Blütenpflanzen vor ca. 100 Mio. Jahren (aussterben des Barosaurus). Die Dinosaurier starben zum Ende der Kreidezeit 65 Mio. Jahren aus wie alle Tierarten über 25 Kilogramm Körpergewicht hinweg. Die Wissenschaft konnte bis heute keine genaue Erklärung für das Aussterben erklären. Einige meinen, es war die Fauna mit der Veränderung der Pflanzenwelt sowie ev. Nahrungsmangel, andere das Klima, die Eiszeit & Hitze und in letzter Zeit wird immer mehr ein Meteorit verantwortlich gemacht. Dieser Einschnitt markiert für die Wissenschaft die Grenze zwischen Erdmittelalter und Erdneuzeit. Danach folgten die ersten Pferde 57 Mio., Wale und danach die Affen ca. 40 Mio. Jahren. Die ersten Menschenaffen 30 Mio. und der Erste Hominide vor ca. 20 Millionen Jahren.

In der ungeheuren Zeitperspektive der Existenz der Erde ist das Auftreten des Menschen ein relativ junges Ereignis. Die ersten Spuren von Leben auf der Erde, primitive Einzeller, haben ein Alter von 4 Milliarden Jahren. Aus Untersuchungen der Chromosomen ist bekannt, dass die afrikanischen Affen die nächsten Verwandten des Menschen sind vor ca. 20 bis 15 Mio. Jahren der Hominide. Die Trennung erfolgte vor. ca. 8 Mio. Jahren. Ein entscheidender Punkt der Entwicklung war das Auftreten des Homo habilis vor etwa 2 Mio. Jahren in Ostafrika. Als erster Hominid dürfte er Steinwerkzeuge und Fleisch verzehrt haben. Der Homo erectus gab es vor ca. 1 Million Jahren, dieser benutzte schon Kleider. Den Menschen der Neuzeit, Homo sapiens sapiens, dagegen gibt es erst seit 120'000 Jahren. Der Neandertaler ca. 100'000 Jahre überlebte die Eiszeit nicht, einzig der Homo sapiens sapiens. Die Bezeichnung "Neandertaler" erfolgte nach einem Schädelfund 1856 im Neandertal. Die Ausbreitung des Homo sapiens erfolgte in der Eiszeit von Afrika ca. 100'000 Jahren, vor 50'000 in Australien und 35'000 in Europa. Es gab mehrere Eiszeiten, vor 2 Mio. Jahren bis 800'000 ein fester Eispanzer um die Erde legte und weitere folgten in Abständen von 100'000 Jahren. Die letzte Eiszeit endete erst vor 10'000 Jahren. Um 8'000 vor Chr. wagten sich die Menschen in bestimmte Teile der Welt, Mittelamerika, Vorderen Orient und begannen Sesshaft zu werden (Jungsteinzeit, Neolithische Revolution).

Während der neolithischen Revolution (10'000-3'000 v. Chr.) begannen die Menschen, Nahrungsmittel auf neue Weise zu erzeugen, betrieben Ackerbau und Viehzucht. Archäologische Funde beleben, dass es zwei grundsätzlich verschiedene Steinzeiten gegeben hat. Auf einem ersten Abschnitt mit dem Gebrauch beschlagener Steine, vom ersten Auftauchen des Menschen bis etwa 10'000 v. Chr., folgte ein zweiter Abschnitt der geschliffenen Steine sowie des beginnenden Metallgebrauches zwischen 10'000 und 3'000 v. Chr. Die Ersten Bauernsiedlungen in Europa entstanden um 6000, um 4'500 v. Chr. entstanden bedeutende Zentren der Gold- und Kupferbearbeitung. Um 2'500 v.Chr. wurde Kupfer bereits mit Zinn zu Bronze legiert und gab der Zeit Ihren Namen "die Bronzenzeit".
Artikel 3643 Mal angezeigt.