Kaiserreich Österreich ab 1806, Österreich-Ungarn ab 1867

Rückblick der Geschichte Österreichs unter dem Heiligen Römischen Reich / Habsburger

996 Erste urkundliche Erwähnung des Namens "Ostarichi" (=Österreich). Der Staufer Kaiser Friedrich Barbarossa erhebt Österreich 1156 zum Herzogtum ("privilegium minus")
1200 Steiermark kommt zu Österreich und 1278 wird König Rudolf I. von Habsburg die Herrschaft in Österreich an (Habsburger-Dynastie bis 1918 – ab 1806 Österreich und ab 1871 Österreich Ungarn). Gebietserweiterungen mit Kärnten 1335 und 1363 das Tirol.
1440-93 König Friedrich IV. wird 1452 als erster Habsburger römisch-deutscher Kaiser Friedrich III. (seitdem Habsburger-Kaiser bis 1806). 1453 Österreich wird Erzherzogtum ("privilegium majus").

1526 Habsburg erbt Ungarn und Böhmen und die erste Türkenbelagerung Wiens 1529.
1618 Prager Fenstersturz, protestantischer Aufstand gegen Habsburger (1620 Niederlage der Böhmen), Beginn des Dreißigjährigen Kriegs. 1648 Westfälischer Friede, Garantie der Habsburger Erblande bis auf geringe Gebietsverluste. 1683 Abwehr der zweiten Türkenbelagerung Wiens, Beginn der Zurückdrängung des Osmanischen Reichs besonders durch Prinz Eugen von Savoyen .

1740-80 Maria Theresia Königin von Ungarn und Böhmen, Erzherzogin von Österreich (1745-65, Ehemann Franz Stephan deutscher Kaiser Franz I., daher Kaiserin; 1765 Sohn Kaiser Joseph II.) 1740-63 zwei "Schlesische Kriege" und "Siebenjähriger Krieg", Verlust Schlesiens an Preußen. 1772-79 Österreich erhält Ostgalizien u. Lodomerien aus Teilung Polens (1772), erwirbt die Bukowina (1775) und gewinnt das Innviertel im Bayrischen Erbfolgekrieg (1779) . 1780-90 Joseph II. ("Josephinische Reformen", u.a. Toleranzedikt von 1781 über freie Religionsausübung).

Detaillierte Informationen findet man in der Deutschen Geschichte mit dem Heiligen Römischen Reiches und Heiligen Römisches Reich Deutscher Nation. Die Fortsetzung der Geschichte Österreichs und Niederlegung der Deutschen Kaiserkrone 1806 folgt hier. Die Geschichte über Deutschland folgt unter Deutsches Kaiserreich unter Preussen ab 1871.


Niederlegung der römisch-deutschen Keiserkrone 1806

1806 legt Franz I., seit 1804 Kaiser von Österreich die römisch-deutsche Kaiserkrone (Franz II.) nieder. Nach dem Wiener Kongress 1814/15 entstand der Deutscher Bund, Heilige Allianz Österreich-Preußen-Russland . Das Herzogtum Salzburg wird 1816 Österreich übergeben. Wie überall in Europa tobte auch in Österreich 1848 die Revolution und damit verbunden das Ende der Ära Metternich, gewaltsame Niederwerfung der Revolution in Wien. Kaiser Franz Joseph I. tritt nach Abdankung Ferdinands I. seine 68 jährige Regierungszeit an, Scheitern der "großdeutschen Lösung" . 1851 Wiederherstellung des Deutschen Bundes und 1852 Sylvesterpatent (völlige Wiederherstellung der absoluten Monarchie). 1859 Österreich verzichtet auf die Lombardei; Florenz, Parma und Modena . 1866 Preußisch-österreichischer Krieg, Niederlage Österreichs bei Königgrätz und Auflösung des Deutschen Bundes, Verlust Venetiens.

Die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn ab 1867 bis zum 1. Weltkrieg

Nach der Niederlage gegen Preußen in der Schlacht bei Königgrätz (1866) und der darauf folgenden Auflösung des Deutschen Bundes sah sich die habsburgische Monarchie genötigt, sich mit den Ungarn zu verständigen. Deren Unabhängigkeitsbestrebungen waren im August 1849 mit Unterstützung Russlands massiv unterdrückt worden.

Österreich-Ungarn wurde mit dem österreichisch-ungarischen Ausgleich am 8. Juni 1867 gegründet. Dieser Vertrag sicherte die Gleichberechtigung im staatsrechtlichen Verhältnis zwischen Österreich und Ungarn bis zum Ende des ersten Weltkrieges. Die Doppelmonarchie war ein Zusammenschluss zweier gleichberechtigten Staaten Österreich und Ungarn, deren Außenpolitik, Außenhandel und Militär aber gemeinsam war und die ein gemeinsames Staatsoberhaupt als konstitutionelle Monarchie hatten. Bezeichnet wurde dies als Realunion. Bereits bei der Gründung Österreich-Ungarns gab es massive Kritik, dass die anderen Völker des Reiches, insbesondere die Slawen nicht ebenfalls berücksichtigt wurden. Dies führte später immer wieder zu Spannungen.

1878 stellt der Berliner Kongress Bosnien und Herzegovina, nominell unter Oberhoheit des Osmanischen Reiches, unter österreichische Verwaltung. 1908 erfolgt die formelle Annexion durch Österreich-Ungarn. 1879 Zweibund Österreich-Ungarn und Deutsches Reich
1898 Ermordung der Kaiserin Elisabeth „Sissi“ in Genf .

Die Ermordung des Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajewo 1914 und der damit verbundene Ausbruch des 1. Weltkriegs. 1916 stirbt Kaiser Franz Josephs, Thronfolger Kaiser Karl I. folgt auf den Kaiserthron und anfangs Oktober 1918, knapp vor Ende des ersten Weltkriegs, versuchte Karl I. mit dem Völkermanifest auch den anderen Nationalitäten gleiche Rechte zu geben. Mit der Niederlage Österreich-Ungarns weniger als einen Monat später mussten die Habsburger die Verzichtserklärung unterschreiben und Karls I. ging 1919 ins Exil. Die provisorische Nationalversammlung erklärt "Deutschösterreich" zur demokratischen Republik und zum Bestandteil der Deutschen Republik. Kurz darauf der Friedensvertrag von Saint Germain 1919 (Verlust Südtirols und Deutsch-Böhmens, Verbot des Anschlusses an Deutschland), Annahme durch die Nationalversammlung unter Protest und im Vertrag von Trianon für Ungarn.

1920 Verfassung der Republik Österreich (Novelle 1929, heute noch gültig), Volksentscheid in Südkärnten für Verbleib bei Österreich. 1921 Burgenland kommt nach Volksabstimmung zu Österreich.
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